Ärzte Zeitung, 17.07.2007

Sommerakademie 2007

Hepatitis-C-Kranke profitieren von Kombitherapie

Mit Peg-Interferon plus Ribavirin werden die Hälfte der Patienten virusfrei / Häufig reichen 24 Wochen Behandlung

Bei der Therapie gegen Hepatitis C gibt es große Fortschritte. Mit pegyliertem Interferon (PEG-IFN) plus Ribavirin werden langfristig mehr als die Hälfte der Patienten virusfrei. Die mindestens halbjährliche Therapie wird jedoch oft schlecht vertragen, und Patienten müssen zum Durchhalten motiviert werden.

Modell eines Hepatitis-C-Virus. Foto: Hepatitis-C-Forum

Standardtherapie gegen chronische Hepatitis C ist die Kombination aus PEG-IFN alfa 2a (Pegasys®) oder PEG-IFN-alfa 2b (PegIntron®) plus Ribavirin (Copegus®, Rebetol®).

Bei dem schwer zu eliminierenden Virustyp 1 ist eine 48-wöchige Behandlung nötig, etwa die Hälfte der Patienten wird dadurch virusfrei, sagt Professor Stefan Zeuzem aus Frankfurt/Main. Unter Umständen kann die Behandlung bei Virustyp 1 auch auf 24 Wochen verkürzt werden. Dazu muss die Virusmenge im Blut bei Therapie-Beginn niedrig sein (unter 600 000 IU/ml) und binnen vier Wochen unter die Nachweisgrenze fallen. Bei Infekten mit Virustyp 2 und 3 reichen 24 Wochen Therapie aus. Hier kann das Virus bei 80 Prozent der Patienten eliminiert werden.

Sprechen Hepatitis-C-Patienten binnen zwölf Wochen nicht auf die Medikamente an - das heißt, die Virus-RNA im Blut ist nicht auf mindestens ein Hundertstel des Ausgangswerts zurückgegangen - dann ist von Therapieversagen auszugehen; ebenso, wenn nach zwölf Wochen die Viruskonzentration noch über 30 000 IU/ml liegt oder nach 24 Wochen noch HCV-RNA im Blut nachweisbar ist. Die Behandlung sollte dann abgebrochen werden.

Bei Therapieversagen und Rückfällen ist nach einiger Zeit eine erneute Behandlung möglich. Bei fortgeschrittener Lebererkrankung lässt sich zudem mit einer Langzeittherapie mit niedrig dosiertem PEG-Interferon alfa die Leberfibrose aufhalten.

Die Liste der unerwünschten Wirkungen bei der Therapie ist lang. Etwa ein Viertel der Patienten entwickelt eine Depression, ein weiteres Viertel andere psychiatrische Beschwerden wie Angst, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit und Konzentrationsschwäche. Häufig sind auch grippeähnliche Symptome. Werden die Medikamente jedoch abgesetzt, verringern sich die Therapie-Chancen erheblich.

Patienten und Angehörige müssen ausführlich über Chancen und Nebenwirkungen der Therapie aufgeklärt werden. Bei Depressionen können Serotonin-Wiederaufnahmehemmer und bei Anämie Erythropoetin weiterhelfen. Bei einer Niereninsuffizienz muss die Ribavirin-Dosis reduziert werden. Grippe-Symptomen lässt sich mit Paracetamol vor IFN-Injektion vorbeugen. (eis)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »