Ärzte Zeitung App, 23.10.2014

Ebola

Mehr Geld aus Deutschland für die Forschung

Das Bundesforschungsministerium erhöht die Mittel für die Ebola-Forschung um mehr als fünf Millionen Euro. Zuletzt hatte es von mehreren Seiten Kritik am geringen finanziellen Engagement gegen das tödliche Virus gegeben.

Mehr Geld aus Deutschland für die Forschung

Am Vaclav Havel Airport in Prag in Tschechien demonstrieren medizinische Mitarbeiter das Temperatur-Screening bei Passagieren zum Schutz vor Ebola.

© dpa

BERLIN. Das Bundesforschungsministerium stellt für die Ebola-Forschung zusätzlich über fünf Millionen Euro zur Verfügung. Damit werde die Forschung zu vernachlässigten, armutsassoziierten Krankheiten intensiviert, so eine Mitteilung. "Wir brauchen dringend verlässliche Diagnose- und Behandlungsmethoden, diese müssen mit Hochdruck entwickelt werden. Solche Projekte bringen wir jetzt auf den Weg", sagte Forschungsministerin Johanna Wanka (CDU).

Trotz der wirtschaftlichen und medizinisch-technischen Leistungsfähigkeit habe sich Deutschland bis zur vergangenen Woche nur marginal an der Eindämmung von Ebola beteiligt, kritisieren die Deutschen Gesellschaften für Tropenmedizin, für Epidemiologie und für Public Health in einer gemeinsamen Erklärung.

Auch jetzt seien die finanziellen Zusagen nicht in dem Maße erhöht worden, wie es notwendig wäre. Sie fordern die Bundesregierung daher auf, deutlich mehr finanzielle und logistische Unterstützung für die westafrikanischen Länder bereitzustellen.

Helfer dringend gesucht

Auch haben sich für den freiwilligen Einsatz in Ebola-Gebieten nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) bislang nur wenige Helfer gemeldet. Von den rund 480 Bewerbern seien 196 grundsätzlich geeignet, darunter 82 Ärzte. "Das reicht aber bei Weitem nicht aus, um die Kliniken über Monate hinweg zu betreiben", so DRK-Präsident Rudolf Seiters.

Denn das Personal soll alle vier Wochen ausgetauscht werden. Das DRK betreibt ab sofort ein Behandlungszentrum in Kenema/Sierra Leone.

 In Monrovia soll das DRK mit Unterstützung der Bundeswehr im November ein Behandlungszentrum übernehmen, und das Wichtigste dafür sei eben medizinisches Personal.

Wegen der Ebola-Epidemie macht der Schutzkleidungshersteller Dach in Bietigheim Sonderschichten, Zeitarbeiter wurden angeheuert, um eigens zusammengestellte Sets für Krankenhäuser, Unikliniken, Rettungsdienste oder Gesundheitsbehörden zu packen.

Allerdings ist der gelbe Kunststoffoverall vom komplett flüssigkeitsdichten Typ 3 wegen der hohen Nachfrage gerade vergriffen und könne erst in einigen Wochen nachgeliefert werden.

Daher müssen sich die Kunden mit sprüh- oder partikeldichten Anzügen begnügen. Diese Ausführung reicht den Angaben zufolge für Helfer, die nicht unmittelbar an Patienten arbeiten. Seit dem Ebola-Ausbruch hat das Unternehmen Tausende Ebola-Sets verkauft - so viele wie sonst in einem ganzen Jahr nicht.

So habe sich etwa die Bundeswehr Tausende Exemplare gesichert.

Etwa 2000 Bestellungen waren zuletzt noch offen. Ein Set mit einem weniger sicheren Schutzanzug kostet rund neun Euro.

Läge ein gelber Anzug vom flüssigkeitsdichten Typ 3 bei, wären es rund 36 Euro pro Päckchen. Ein Schutzset beinhaltet einen Overall, eine Brille, eine Atemschutzmaske, ein Paar Stiefel-Überzieher, zwei Paar Handschuhe zum Übereinanderziehen und eine Tüte zum Entsorgen der getragenen Schutzkleidung.

Sprünge machten etwa auch die Aktien der US-Anbieter Alpha Pro Tech oder Lakeland Industries. Lakeland berichtete auf seiner Internetseite über den Transport von Hunderten Spezialanzügen über eine Hilfsorganisation nach Liberia.

Kontrollen in Heathrow und Gatwick

Am Londoner Flughafen Gatwick müssen sich Ankömmlinge aus Westafrika seit neuestem Ebola-Kontrollen unterziehen. Passagiere von Flügen aus Sierra Leone, Guinea und Liberia werden zu ihren Reisedaten und ihrer Gesundheit befragt. Außerdem wird ihre Temperatur gemessen.

An Europas größtem Flughafen London Heathrow hatten die Ebola-Screenings bereits in der vergangenen Woche begonnen. Auch in Manchester und Birmingham will die britische Regierung die Kontrollen einführen.

Am Vaclav Havel Airport in Prag werden Passagiere bereits seit Dienstag auf erhöhte Temperatur gescreent. Der Sinn ist umstritten, auch weil der Zeitraum zwischen einer Ebola-Infektion und dem Auftreten von Symptomen sehr lang ist.

Tausende Mitarbeiter des New Yorker Gesundheitswesens haben ein Training für den Ebola-Ernstfall absolviert.

Ärzte, Krankenschwestern sowie Reinigungskräfte und Hilfspersonal sollten lernen, Ebola-Symptome zu erkennen und wie man die Verbreitung des gefährlichen Virus verhindere, berichteten New Yorker Medien.

Nachdem sich im US-Staat Texas zwei Krankenschwestern bei der Behandlung eines Ebola-Kranken infiziert hatten, stieg die Besorgnis, dass US-Kliniken nicht gut genug auf Ebola vorbereitet seien.

Krankenschwester in Madrid geheilt

Die Madrider Ebola-Patientin hat die gefährliche Virus-Krankheit unterdessen überwunden.

Bei einer zweiten Blutanalyse seien bei der Pflegehelferin keine Ebola-Viren festgestellt worden, teilte das Ärzteteam der Carlos-III-Klinik in der spanischen Hauptstadt mit.

Ein erster Test hatte bereits am Sonntag einen negativen Befund ergeben. Die 44-Jährige hatte sich in dem Krankenhaus bei der Behandlung eines aus Westafrika eingeflogenen Missionars mit dem Virus infiziert.

Dies war der erste Fall einer Ebola-Übertragung von Mensch zu Mensch in Europa. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »