Ärzte Zeitung online, 02.12.2014

Westafrika

WHO korrigiert Ebola-Zahlen erneut

Wie viele Menschen in Westafrika sich mit dem Ebola-Virus infiziert haben oder an den Folgen der Infektion gestorben sind, bleibt unsicher. Jetzt korrigiert die WHO die Zahlen wieder leicht nach unten. Die Dunkelziffer bleibt aber hoch.

GENF. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Zahl der Ebola-Opfer in Westafrika erneut korrigiert.

Nachdem die Statistiker der UN-Organisation am Wochenende für die drei am stärksten betroffenen Länder Liberia, Sierra Leone und Guinea einen Anstieg um mehr als 1000 auf fast 7000 Tote verzeichneten, meldete sie am Montagabend doch wieder knapp 6000.

Liberia meldete zu viele Fälle

Die Zahl von fast 7000 Toten sei zustande gekommen, weil von den Gesundheitsbehörden in Liberia irrtümlich zu viele Fälle gemeldet hätten, hieß es zur Begründung.

Am Sonntag hatte die WHO, der nicht staatliche Hilfsorganisationen Ineffizienz und eine zu träge Reaktion auf die Ebola-Krise vorwerfen, die höheren Zahlen noch auf eine rückwirkende Erfassung von Ebola-Toten in Liberia zurückgeführt.

Den nun wieder nach unten korrigierten WHO-Zahlen zufolge wurden in Liberia, Sierra Leone und Guinea 16 899 Erkrankungen sowie 5987 Todesfälle registriert.

Dabei geht die WHO weiter davon aus, dass es eine hohe Dunkelziffer gibt und die wirkliche Zahl der Ebola-Opfer - besonders in schwer zugänglichen Regionen - höher ist.

Andererseits lag nicht bei allen gemeldeten Fällen ein Nachweis für Ebola vor, so dass auch andere Fieberkrankheiten infrage kommen.

Ebola-Helfer: Bedingungen immer noch schwierig

Die Bedingungen in den von Ebola betroffenen Gebieten sind nach Einschätzung eines zurückgehrten Helfers immer noch schwierig. Infizierte in Sierra Leone seien für die Behandlung oft mehrere hundert Kilometer in ein Zentrum an der Grenze zu Liberia gebracht worden, sagte der Kinderarzt Joachim Gardemann.

Er war ab Ende Oktober einen Monat lang Teamleiter in dem Behandlungszentrum des Internationalen Roten Kreuzes in der Provinz Kenema.

Eine der wichtigsten Aufgaben sei die Bestattung der Toten gewesen. Bislang hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) 20 Helfer in die Ebola-Regionen entsandt, vier weitere sollen folgen. (dpa)

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