Ärzte Zeitung online, 05.01.2015

Ebola-Krise

Zustand von britischer Patientin verschlechtert sich

Eine an Ebola erkrankte britische Krankenschwester schwebt in Lebensgefahr. Die EU plant nun eine große internationale Konferenz im Kampf gegen die Seuche.

BERLIN. Die Ebola-Seuche hält die Welt auch außerhalb der betroffenen westafrikanischen Länder weiter in Atem.

In Berlin wird ein Patient aus Südkorea behandelt, der sich in Sierra Leone mit der gefährlichen Krankheit infiziert haben könnte.

Der Gesundheitszustand der britischen Krankenschwester, die in London behandelt wird, habe sich schrittweise verschlechtert und sei nun kritisch, teilte das Krankenhaus mit.

Die Frau hatte sich ebenfalls bei einem Hilfseinsatz in Sierra Leone angesteckt. Sie wird mit einem experimentellen Medikament und Blutplasma eines Ebola-Überlebenden behandelt.

"Sind an einem kritischen Punkt angekommen"

Die EU plant im Kampf gegen die Seuche eine Konferenz, wie EU-Koordinator Christos Stylianides der Tageszeitung "Die Welt" sagte.

"Ich habe entschieden, in den ersten Monaten dieses Jahres eine internationale hochrangige Konferenz zur Bekämpfung von Ebola einzuberufen", sagte er.

Die EU werde das Treffen organisieren, um über langfristige Strategien und konkrete Maßnahmen gegen die Epidemie zu beraten.

Stylianides forderte die EU-Mitgliedstaaten auf, mehr im Kampf gegen die Seuche zu tun.

"Wir sind an einem kritischen Punkt angekommen", sagte er. "Die Bekämpfung von Ebola ist auch wichtig für die Sicherheit der Menschen in Europa."

Nötig seien vor allem deutlich mehr medizinisches Personal und mehr Hilfszahlungen.

In Westafrika sind nach Angaben der WHO bis Ende vergangenen Jahres 20.206 Menschen an Ebola erkrankt; die Zahl der Toten ist auf 7905 gestiegen.

Die meisten Krankheitsfälle verzeichne Sierra Leone mit 9446 Kranken, die meisten Todesfälle Liberia mit 3423 Ebola-Toten.

Forscher haben derweil die Wildtier-Quelle des Ebolafieber-Ausbruchs eingegrenzt und bisherige Vermutungen zum Reservoir des Virus in Wildtieren bestätigt.

Analysen von genetischem Material legen nahe, dass Fledermäuse der Spezies Mops condylurus das Reservoir sind.

Die Wissenschaftler fanden das Erbmaterial in einem hohlen Baum. (dpa/eb)

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