Ärzte Zeitung, 20.09.2010

Frauen auf Reisen brauchen ganz speziellen Rat

Durchfall oder Malaria: Gesundheitsprobleme auf Reisen treffen Frauen ganz anders als Männer.

Von Privatdozent Tomas Jelinek

Frauen auf Reisen brauchen ganz speziellen Rat

Männer erkranken auf Reisen eher an Fieber, Malaria und anderen, von Arthropoden übertragenen Krankheiten, während Frauen häufiger unter Durchfall, Atemwegs- und Harnwegsinfektionen leiden. Das hat eine Studie der Universität Zürich ergeben. Frauen nehmen nach den Studiendaten übrigens reisemedizinische Beratung signifikant öfter in Anspruch als Männer. Für Frauen sollte bei der Beratung das Thema Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene besonders intensiv angesprochen werden. Auch die Verordnung eines Notfall-Antibiotikums (etwa Azithromycin) zur Behandlung bei verschiedenen Infektionen ist dabei in Erwägung zu ziehen, vor allem wenn die Reise in abgelegene Regionen führt.

Bedacht werden sollte, dass die Sicherheit hormonaler Kontrazeptiva durch eine Reisediarrhoe, aber auch durch die Einnahme von Antibiotika beeinträchtigt werden kann. Deshalb empfiehlt sich die zusätzliche Mitnahme von Kondomen, die außerdem vor sexuell übertragbaren Krankheiten durch mögliche Urlaubsbekanntschaften schützen.

Die Einnahme von Hormonpräparaten zur Empfängnisverhütung oder zur Behandlung klimakterischer Beschwerden gilt als Risikofaktor für eine Reisethrombose bei mehrstündigen Reisen im Sitzen. Prophylaktisch ist in diesem Fall reichliches Trinken, Bewegungsübungen der unteren Extremitäten und bei zusätzlichen Risikofaktoren das Tragen von Kompressionskniestrümpfen zu empfehlen.

Problematisch kann sich in manchen Ländern die Monatshygiene gestalten, da zum Beispiel Tampons nicht erhältlich sind oder das Wechseln nicht unter hygienisch einwandfreien Bedingungen möglich ist. In solchen Situationen ist die Verwendung von Monatsbinden oft sinnvoller.

In tropischen Klimazonen kann die Anfälligkeit für Vaginalinfekte, vor allem Pilzinfektionen, erhöht sein. Deshalb sollte ein Antimykotikum mitgeführt werden, welches auch für die vaginale Anwendung geeignet ist.

Infos zur Reisemedizin: www.crm.de

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