Ärzte Zeitung, 15.10.2004

Neue Optionen bei autoimmuner Hepatitis geprüft

FREIBURG (ner). Die Rückfallquote bei Patienten mit Autoimmunhepatitis (AIH) liegt zwischen zehn und 15 Prozent. Manche leiden unter den schweren Nebenwirkungen der immunsuppressiven Therapie. Daher suchen Gastroenterologen seit langem nach Alternativen, etwa mit lokal wirksamen Steroiden.

"Inzwischen ist fast jedes Immunsuppressivum bei AIH ausprobiert worden", sagte Professor Michael P. Manns von der Medizinischen Hochschule in Hannover bei der von der Falk Foundation ausgerichteten Gastroenterologie-Woche in Freiburg.

Damit sollen die Patienten vor allem länger in Remission gehalten werden, etwa mit Ciclosporin A oder Mycophenolatmofetil. Manns stellte auch erste Ergebnisse einer Studie mit 13 AIH-Patienten vor, die mit dem lokal wirksamen Steroid Budesonid behandelt worden waren. Unter der Therapie normalisierten sich die erhöhten Aminotransferase-Spiegel.

In einer weiteren Studie mit neun Patienten, die Budesonid kombiniert mit Azathioprin erhalten hatten, erreichten vier Patienten eine komplette, drei eine Teilremission. Bei schwerer Entzündung und bereits bestehender Zirrhose sei allerdings kein ausreichender Effekt zu erwarten, so Manns. Ob Budesonid (etwa Budenofalk®) auch langfristig positive Effekte hat, sei noch unklar.

Ein anderer Therapieversuch ist der mit Ursodeoxycholsäure (Cholofalk®, Ursofalk®). Zusätzlich zur Standardtherapie gegeben bessern sich darunter biochemische Parameter. Die Prognose ändere sich jedoch nicht, so Manns. Der Therapieversuch lohne vor allem bei Cholestase.

Übliche Dosierungen von 13 bis 15 mg/kg Körpergewicht brächten jedoch nichts, es müsse wahrscheinlich hoch dosiert werden. In einer Studie bei Patienten mit milder AIH besserten sich unter 600 mg Ursodeoxycholsäure täglich der klinische Zustand sowie die Laborparameter.

Der Stellenwert alternativer Therapien bei AIH müsse noch geklärt werden, betonte Manns. Der Gastroenterologe hofft künftig vor allem auf Erfolge der Gentherapie sowie besonders der Stammzelltransplantation.

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