Ärzte Zeitung, 21.10.2005

Dicke Hepatitis-C-Kranke profitieren von gewichtsadaptierter Therapie

Vergleichsstudie / Behandlung mit verschiedenen Peginterferonen plus Ribavirin

KÖLN (otc). Die körpergewichtsadaptierte Dosierung von Peginterferon alfa-2b plus Ribavirin (RBV) führt vor allem bei übergewichtigen Patienten mit Hepatitis C zu höheren anhaltenden Ansprechraten als Peginterferon alfa-2a / RBV. Dies ist eines der Ergebnisse einer Studie, die beim Gastroenterologen-Kongreß in Köln vorgestellt worden ist.

Die Studie ist ein weiteres Steinchen im Therapiemosaik bei chronischer Hepatitis C. Denn bei der Behandlung ist noch nicht ganz geklärt, warum manche Patienten darauf ansprechen und andere nicht, wie Professor Siegbert Rossol vom GPR-Klinikum Rüsselsheim erläuterte.

Diese neue Untersuchung sei nun wichtig, um den Zusammenhang zwischen Übergewicht und Hepatitis C aufzuzeigen, so der Internist und Gastroenterologe auf einer vom Unternehmen Essex Pharma unterstützten Fortbildungsveranstaltung.

Zwei Dosierungsschemata wurden verglichen

Hintergrund der Studie war die Vermutung, daß Übergewicht bei Hepatitis-C-Patienten die Entwicklung von Leberschäden beschleunigt und daß diese Patienten auf eine Interferon-Therapie schlechter ansprechen. Daher sollte in der Untersuchung zum einen überprüft werden, ob Körpergewicht und histologisch ermittelte Leberschäden zusammenhängen.

Zum anderen sollte geklärt werden, ob sich mit der körpergewichtsadaptierten Dosierung von Peginterferon alfa-2b (PEG-IFN alfa-2b, Peg-Intron®) bei übergewichtigen Patienten höhere SVR-Raten (sustained virological response) erreichen lassen als mit dem einheitlich dosierten Peginterferon alfa-2a. Eine SVR ist gegeben, wenn sich sechs Monate nach Therapieende keine Viren mehr nachweisen lassen.

In die Studie wurden Patienten mit einer chronischen Infektion mit HCV vom Genotyp 1 aufgenommen. 42 Patienten wurden dabei als übergewichtig ( BMI > 30 kg / m2) und 91 als normalgewichtig (BMI < 30 kg / m2) eingestuft.

Übergewichtige Patienten hatten gehäuft eine Steatose

Die Ergebnisse: Zu Beginn der Therapie hatten die übergewichtigen Patienten im Vergleich zu normalgewichtigen öfter eine Steatose (41 vs. 17 Prozent). Bestätigt wurde dies durch eine Leberbiopsie. Auch die Rate von fortgeschrittenen Fibrosen war bei den übergewichtigen Patienten höher (60 versus 44 Prozent).

Zudem wurden mit PEG-IFN alfa-2b / RBV bei 53 Prozent der übergewichtigen und bei 48 Prozent der normalgewichtigen Patienten die Viren anhaltend eliminiert.

Mit PEG-IFN alfa-2a / RBV war dies bei 18 Prozent der übergewichtigen und bei 28 Prozent der normalgewichtigen Patienten der Fall. Nach Ansicht der Studien-Autoren sollten diese Daten nun in weiteren Untersuchung untermauert werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Metastasen

Immer mehr Männer mit Prostatakrebs in den USA haben schon bei der Diagnose Metastasen. Ihr Anteil hat sich fast verdoppelt. Auch die Inzidenz solcher Tumoren nimmt zu. mehr »

Deutsches Defizit

Diabetes-Prävention, Strategien gegen Polypharmazie, digitale Versorgungsangebote: Neue Initiativen gibt es zuhauf. Doch Patienten müssen davon wissen. Genauo daran hapert es aber. mehr »

"Einfache Ersttherapie ist für fast alle Patienten möglich"

Die antiretrovirale Therapie ist bei neu diagnostizierter HIV-Infektion stets angezeigt, und zwar unabhängig vom Stadium der Infektion oder der Helferzellzahl. mehr »