Ärzte Zeitung, 13.04.2007

KOMMENTAR

Kondomgebrauch - das kleinere Übel

Von Peter Leiner

Der Erreger der Hepatitis C wird bekanntlich vor allem durch Blut übertragen. Damit ist auch die Botschaft klar: Wenn beim Geschlechtsverkehr die Gefahr besteht, dass es zu blutenden Läsionen kommt, oder wenn bereits Schleimhautverletzungen vorliegen, kann auf Kondome nicht verzichtet werden. Das gilt sowohl für heterosexuelle Partner als auch für Männer, die Sex mit Männern haben.

Auf Kondome zu verzichten, weil man sich ja zuvor versichert hat, dass der Partner etwa nicht mit dem Aids-Erreger HIV infiziert ist, ist falsch. Zwar ist eine Infektion mit Hepatitis-C-Viren nicht so gefährlich wie die Infektion mit HIV, aber eben auch nicht harmlos. Das machen folgende Zahlen klar: Bis zu 80 Prozent der HCV-Infizierten haben einen chronischen Verlauf der Virus-Erkrankung. Und ein Drittel von ihnen entwickelt nach 20 bis 30 Jahren eine Leberzirrhose.

Besonders gefährdet sind dabei zusätzlich mit HIV Infizierte und ältere Menschen, weil sich der Leberschaden bei chronischer Hepatitis C bei diesen Patienten schneller entwickelt. Und: Patienten, die bereits eine Leberzirrhose haben, haben dann auch ein erhöhtes Risiko, nach Jahren ein hepatozelluläres Karzinom zu bekommen. Es wird geschätzt, dass sich pro Jahr bei bis zu fünf Prozent der Patienten mit Leberzirrhose nach einer HCV-Infektion Leberkrebs entwickelt. Da ist die Vorbeugung durch den manchen Menschen vielleicht lästigen Kondomgebrauch eher von kleinerem Übel.

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Homosexuelle gefährden sich durch Infektion mit Hepatitis-C-Viren

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