Ärzte Zeitung, 15.05.2007

Vermehrt Lymphome durch HCV?

US-Studie bestätigt Zusammenhang von Infektion und Non-Hodgkin-Lymphom

HOUSTON (ple). Wer mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) infiziert ist, hat offenbar nicht nur ein erhöhtes Risiko für Leberkrebs, sondern auch für ein Lymphom. Das geht aus Daten einer US- Studie mit mehreren Hunderttausend Teilnehmern hervor.

Was bisher aufgrund der Ergebnisse kleinerer Studien vermutet wurde, bestätigen jetzt die Daten einer großen retrospektiven US-Studie mit Veteranen. Teilgenommen haben fast 150 000 HCV-Infizierte sowie mehr als 572 000 Veteranen ohne HCV-Infektion als Kontrollgruppe (JAMA 297, 2007, 2010).

Wie die Ärzte aus Houston in Texas berichten, ist den Daten zufolge die Wahrscheinlichkeit, an einem Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) zu erkranken, bei HCV-Infizierten im Vergleich zu Nicht-Infizierten um bis zu 30 Prozent erhöht: Unter den HCV-Infizierten lag die Inzidenz bei 114,5, in der Vergleichsgruppe nur bei 96 auf 100 000 Personen pro Jahr.

Zum Vergleich: Bei Leberkrebs lag dieser Wert in der Gruppe der HCV-Infizierten bei 466, in der Vergleichsgruppe bei 20 auf 100 000 Personen pro Jahr. Die Ärzte vermuten, dass die Viren indirekt die übermäßige Vermehrung von Lymphozyten antreiben, indem die Infektion die Ausschüttung von Interleukin 6 ankurbelt.

Bei den HCV-Infizierten wurde die Infektion in den Jahren 1997 bis 2004 diagnostiziert. Maximal acht Jahre wurden die Studienteilnehmer nachbeobachtet, im Median etwa zweieinhalb Jahre.

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