Ärzte Zeitung, 01.10.2007

THERAPIE

Hohe Viruszahl: Therapie-Start!

Hauptziel der Therapie von Patienten mit chronischer Hepatitis B ist die Progressionshemmung. Damit soll eine Zirrhose mit Dekompensation und ein hepatozelluläres Karzinom (HCC) verhindert werden. Denn schon ab einer Viruskonzentration über 104 Kopien/ml ist das HCC-Risiko deutlich erhöht. In der neuen S3-Leitlinie hat es daher einen Paradigmenwechsel für den Therapie-Start gegeben: Bei mehr als 104 Kopien/ml wird jetzt die Therapie begonnen - auch bei normalen GPT-Werten.

Als Therapeutika sind Interferon alfa und die Hemmstoffe der Virus-Polymerase Adefovir (Hepsera®), Entecavir (Baraclude®), Telbivudin (Sebivo®) und Lamivudin verfügbar. Die Auswahl der Arznei richtet sich individuell etwa nach der Höhe von HBV-DNA und GPT oder des Virus-Genotyps (hub).

Die Leitlinie gibt es im Internet, im Bereich "Download-Center" bei www.kompetenznetz-hepatitis.de als PDF zum Herunterladen

Lesen Sie dazu auch:
Sind die GPT-Werte erhöht, sollte ein Test auf Hepatitis B und C erfolgen
Epidemiologie: Leberinfektion meist unbekannt
Impfung schützt vor Hepatitis B

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Werden europäische Männer immer unfruchtbarer?

Männern haben immer weniger Spermien. Direkte Rückschlüsse auf Fruchtbarkeit erlaubt das nicht – es könnte aber nur die Spitze eines Eisbergs gesundheitlicher Probleme sein. mehr »

Psychotherapie soll künftig Unifach werden

Ein einheitliches Berufsbild, Studium an der Uni. Die Psychotherapeutenausbildung steht vor umwälzenden Veränderungen. Kritiker vermissen beim Entwurf aber Konkretes zum Thema Weiterbildung. mehr »

Ist die menschliche Entwicklung am Ende?

Über Hunderttausende von Jahren ist der Mensch zu dem geworden, was er heute ist. Und nun? Ein Grimme-Preisträger fragt sich, ob Unsterblichkeit erstrebenswert ist und wohin uns die Evolution führen wird - oder kann der Mensch sie austricksen? mehr »