Ärzte Zeitung, 19.05.2008

GPT-Wert hoch? Test auf Virushepatitis!

Weltweit ist jeder Zwölfte mit Hepatitis B oder C infiziert / Aktionen zum Welt-Hepatitis-Tag

KÖLN (hub). Zu einem Test auf Hepatitis B und C bei erhöhten Transaminasewerten rät Leberspezialist Professor Claus Niederau. Über eine Million Menschen sind in Deutschland chronisch mit einem der beiden Viren infiziert, viele davon nicht erkannt.

Deutschland steht bei der Hepatitis-B-Impfung von Kindern gut da. Anders sieht es bei Angehörigen medizinischer Berufe aus.

Weltweit liegt die Rate mit Hepatitis-Viren infizierter Menschen wesentlich höher. Schätzungen gehen davon aus, dass jeder Zwölfte chronischer Virusträger ist. Mit der Frage "Bin ich die Nummer 12?" wird zum heutigen Welt-Hepatitis-Tag darauf aufmerksam gemacht.

Einen Labortest auf Hepatitis-Viren - auch bei normalen Leberwerten - sollten Hausärzte bei Risikogruppen erwägen, so Niederau, Gastroenterologe am St. Josef-Hospital in Oberhausen. Dazu zählen Menschen aus Hochprävalenzländern: für Hepatitis B etwa Süd- und Osteuropa, für Hepatitis C auch der afrikanische Kontinent.

Eine herausragende Stellung haben Hausärzte und Pädiater auch bei der Prävention: Sie impfen gegen Hepatitis B und schützen so vor Infektion und Leberkrebs. "Die Hepatitis-B-Impfung ist die erste Impfung gegen Krebs", sagt Professor Michael Manns von der Medizinischen Hochschule Hannover. Der Erfolg der Hepatitis-B-Impfung sei eindrucksvoll in Taiwan sichtbar. Seit 20 Jahren werde dort geimpft, das hepatozelluläre Karzinom sei praktisch eliminiert. Deutschland steht auch gut da: Etwa 90 Prozent der Kinder sind gegen Hepatitis B geimpft. Schlechter sieht es bei medizinischem Personal aus. Da ist es nur jeder Zweite.

Hoffnung gibt es für die Infizierten: Neue Arzneien sind verfügbar, und bei Hepatitis C ist für viele Patienten sogar eine Heilung möglich.

Infos zum Welt-Hepatitis-Tag: www.binichdienummer12.de

Lesen Sie dazu auch das Interview:
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