Ärzte Zeitung online, 10.02.2009

Neuer günstiger Bluttest auf Hepatitis C: Chance für arme Länder

BONN/HAMBURG (dpa). Forscher der Universität Bonn und des Hamburger Tropeninstituts haben gemeinsam ein neues kostengünstiges Verfahren zur Erkennung des gefährlichen Hepatitis-C-Virus entwickelt. Bei gleicher Empfindlichkeit sei der neue Bluttest wesentlich günstiger als gängige Untersuchungsmethoden, teilte die Universität Bonn mit.

Das könnte vor allem ärmeren Ländern zugutekommen, in denen die finanziellen Mittel nicht oder nur für ältere Tests ausreichen.

Eine der Hauptansteckungsquellen des Virus sind infizierte Blutkonserven. Gespendetes Blut muss deshalb auf eine spezielle Erbgutsequenz untersucht werden, die bei den Erregertypen auftritt. Bei positivem Befund muss auch während der Therapie ständig per Test die Virusmenge bestimmt werden. Kostenfaktor sind nicht nur die Behandlungen, sondern auch die Untersuchungen.

Das von den Wissenschaftlern vorgestellte Verfahren überprüft das menschliche Erbgut an einer anderen Stelle des DNA-Strangs als bisherige Tests. "Diese Basenpaare sind bisher nicht zur Diagnostik verwendet worden und es fallen deshalb nicht so hohe Lizenzgebühren an", erläutert der Bonner Virologe Professor Christian Drosten. Statt mehr als 100 US-Dollar kostet ein Test nunmehr knapp 19 US-Dollar (knapp 15 Euro). Ein brasilianisches Labor erprobte die Wirksamkeit des Verfahrens bereits an 127 Patienten - mit Erfolg.

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