Ärzte Zeitung online, 16.10.2009

Mediziner fordern Lebertests als Vorsorge

HANNOVER (dpa). Tests auf Lebererkrankungen sollten nach Meinung von Experten in die Vorsorgeprogramme aufgenommen werden. Nur dann könne eine Erkrankung des Organs frühzeitig erkannt und behandelt werden, sagte Professor Michael Manns von der Medizinischen Hochschule Hannover zum Auftakt eines Kongresses am Donnerstag in derselben Stadt.

In Deutschland seien 500 000 Menschen an der Leberentzündung Hepatitis B erkrankt. Aber nur maximal 20 Prozent der Fälle seien den Medizinern bekannt. Vermehrt sei die Erkrankung unter Migranten verbreitet. Hepatitiden B, C und D könnten chronisch werden und zu Leberkrebs führen. Rund 1000 Wissenschaftler diskutieren bis zum Sonntag über Entwicklungen und Therapien von Lebererkrankungen.

Hepatitis B wird durch Blut, Blutprodukte und ungeschützten Sex übertragen. Deshalb sei es wichtig, Menschen zur Impfung zu ermutigen - vor allem Migranten, meinte Manns. Das könne zum Beispiel durch Impf-Kampagnen geschehen. "Der erste Impfstoff gegen Leberkrebs ist die Hepatitis-B-Impfung", sagte Manns.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »