Samstag, 11. Februar 2012
Ärzte Zeitung online, 26.01.2010

Erstmals Hepatitis-C-Virus in gesunden Leberzellen gezüchtet

CAMBRIDGE (ple). US-Forschern ist es gelungen, Hepatitis-C-Viren in gesunden Leberzellen zu vermehren. Damit haben die Wissenschaftler die Grundlage für eine effizientere Suche nach Arzneimitteln gegen den Erreger geschaffen.

Der jüngste Erfolg US-amerikanischer Virologen wird einen Schub für die Herstellung von Medikamenten gegen Hepatitis-C-Viren (HCV) auslösen. Denn den Forschern um die Biotechnologin Dr. Sangeeta N. Bhatia vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge ist es erstmals gelungen, HCV in gesunden Leberzellen zu züchten (PNAS online). Bisher war eine solche Virusvermehrung nur in Hepatom-Zellen, also benignen oder malignen Hepatozyten, möglich, was die Arzneientwicklung erschwert.

Wie die Wissenschaftler berichten, ist es ihnen gelungen, die Vermehrung von HCV in den Zellen bis zu drei Wochen aufrecht zu erhalten. Das gibt Pharmakologen mehr Zeit als bisher, neue Substanzen gegen das Virus zu testen. Darunter sind außer Interferon auch Antikörper, die den Eintritt der Viren in die Zelle verhindern.

"Wenn ausschließlich Hepatozyten in eine Kulturschale gegeben werden, überleben sie nicht lange", sagt Bhatia. "Werden die Zellen aber in einer passenden Umgebung mit anderen Zellen gezüchtet, leben sie viel länger ohne Funktionsverlust."

Die Wissenschaftler züchteten die Hepatozyten gemeinsam mit Fibroblasten, die dafür sorgen, dass die Hepatozyten lange überleben.

Weltweit sind mehr als 170 Millionen Menschen chronisch mit HCV infiziert, in Europa bis zu fünf Millionen. In Deutschland wird die Virusinfektion jedes Jahr bei 6000 bis 8000 Menschen neu diagnostiziert.

Der Verlauf der chronischen HCV-Infektion variiert stark. Nach 20 Jahren seit Beginn der Infektion entwickeln 20 bis 35 Prozent der Patienten eine Leberzirrhose. Liegt diese vor, beträgt das Risiko für Leberkrebs etwa vier Prozent pro Jahr.

Infos vom Robert-Koch-Institut zu Hepatitis C unter www.rki.de

Anmerkung der Redaktion: Der Link zur Originalstudie ist seitens PNAS noch nicht freigeschaltet. Sobald das erfolgt ist, verlinken wir auf die Studie.

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