Ärzte Zeitung online, 23.02.2010

Maus mit menschlicher Leber gezüchtet

LA JOLLA (mn). Forschern ist es gelungen eine fast komplette menschliche Leber in einer Maus heranwachsen zu lassen. Dies soll neue Behandlungsmethoden für Lebererkrankungen, wie etwa Hepatitis B und C oder Malaria ermöglichen.

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Die menschlichen Hepatozyten (grün) in der Mausleber können erfolgreich mit Hepatitis-B-Viren (rot) infiziert werden. © Dr. Karl-Dimiter Bissig, Salk Institut

Forscher vom Salk Institut in Kalifornien haben die Leber einer Maus mit menschlichen Leberzellen besiedelt. Den Forschern gelang es, dass 95 Prozent der Leberzellen menschlichen Ursprungs waren. Danach infizierten sie die Maus mit dem Hepatitis-B- und -C-Virus und stellten fest, dass anders als bei normalen Mäusen, die gegen die Viren resistent sind, diese Maus erkrankte.

Sie behandelten die Maus mit der menschlichen Standard-Behandlung (Interferon) gegen Hepatitis C und stellten fest, dass die menschliche Leber in der Maus auch wie eine menschliche Leber reagierte. Diese Ergebnisse ermöglichen, dass in Zukunft neue Medikamente gegen Lebererkrankungen an Mäusen getestet werden können (Journal of Clinical Investigation 2010, online vorab).

Bisher war dies nicht möglich, da sich Mäuse nicht mit diesen Hepatitis-Viren infizieren ließen. Mit dem Züchten einer menschlichen Leber in einer Maus ist das nun möglich. Es können jetzt Medikamente gegen Hepatitis an Mäusen getestet werden und zukünftig vielleicht auch Leberkrebs an solchen Mäusen studiert werden, so Professor Inder Verma vom Laboratory of Genetics am Salk Institut.

Zum Abstract der Originalpublikation "Human liver chimeric mice provide a model for hepatitis B and C virus infection and treatment"

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