Ärzte Zeitung, 15.04.2010

Welthämophilietag: Entschädigung gefordert für Opfer des Blutskandals

HAMBURG (mut). Zum Welthämophilietag am Samstag erinnert die Deutsche Hämophiliegesellschaft (DHG) an die Opfer des Blutskandals in den 70er und 80er-Jahren - und fordert eine Entschädigung.

In den 70er und 80er Jahren wurden etwa 4 500 Bluter in Deutschland durch verunreinigte Gerinnungspräparate mit HIV und Hepatitis C-Viren infiziert. Obwohl es seit Ende der 70er Jahren möglich war, die Präparate zu sterilisieren, seien solche Maßnahmen bis Mitte der 80er Jahre von Herstellern und Behörden massiv vernachlässigt worden, teilt die DHG mit. 

Inzwischen seien 1 000 der insgesamt 1 500 HIV-infizierten Bluter in Deutschland an AIDS gestorben. Der HIV-Untersuchungsausschuss des Bundestages habe zudem 1994 das Fehlverhalten von Behörden auch bei der HCV-Infizierung von mehr als 3 000 Blutern bestätigt. Die DHG fordert daher, die noch lebenden Opfer des Skandals zu entschädigen.

In Deutschland leben etwa 4 000 bis 6 000 behandlungsbedürftige Hämophilie-Kranke. An ihr Schicksal wird jährlich am 17. April erinnert.

Lesen Sie dazu auch:
Welthämophilietag am 17. April

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »