Ärzte Zeitung, 26.09.2012

Kommentar

Hepatitis-Problem größer als gedacht

Von Wolfgang Geissel

Chronische Virushepatitis verläuft über Jahre und Jahrzehnte fast ohne Symptome. Viele Betroffene wissen daher nichts von ihrer Krankheit, die unbehandelt mit einem hohen Risiko für Zirrhose und Leberkrebs verbunden ist.

Die Dunkelziffer der chronisch mit dem Hepatitis-B- oder C-Virus Infizierten ist dabei offenbar höher als angenommen. Bisher geht das Robert Koch-Institut in der Bevölkerung von 0,6 Prozent HBV-Trägern und 0,4 Prozent HCV-Trägern aus.

Jetzt wurde in Landarztpraxen im Münsterland belegt: Bei Menschen mit gering erhöhtem Risiko liegt die Trägerrate viel höher, nämlich bei 4,1 Prozent für HCV und bei 1,4 Prozent für HBV.

Als Risiko-Indikatoren wurden dabei schon ganz banale Symptome wie Müdigkeit, Bauchweh, Konzentrationsschwäche, Muskel- oder Gelenkschmerzen oder Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust gewertet.

Weitere Faktoren sind Tattoos, längere Auslandsaufenthalte, Bluttransfusionen, (zahn-)chirurgische Eingriffe oder auch Lebererkrankungen in der Familie.

Es ist daher wirklich angezeigt, bei jedem Patienten mit geringstem Infektionsverdacht einen Test auf HBV und HCV zu veranlassen. Und Jugendliche brauchen unbedingt den HBV-Impfschutz.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Hepatitis: Das Viren-Problem auf dem Land

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »