Ärzte Zeitung online, 17.07.2017

Abrechnungs-Tipp

Bei HCV Kennnummer 32005 oder 32006 verwenden

NEU-ISENBURG. In Deutschland besteht eine namentliche Meldepflicht für alle erstmalig diagnostizierten Hepatitis-C-Infektionen. Im Jahr 2013 lag die Zahl der Erstinfektionen bei etwa 5100. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über Blutkontakt. Bei etwa 30 Prozent der Betroffenen bleibt der Übertragungsweg unklar. Zu den Risikogruppen zählen vor allem Spritzdrogenabhängige und medizinisches Personal. Dabei spielt vor allem die HCV-Übertragung im Rahmen des Drogenkonsums über die Vene, durch das gemeinsame Benützen von Spritzen und Kanülen, eine große Rolle. Das HCV findet sich bei etwa 90 Prozent der Drogensüchtigen, die sich spritzen. Weiterhin besteht ein erhöhtes Ansteckungsrisiko beim gemeinsamen Benutzen von Utensilien zum Drogenkonsum über die Nase.

Abrechnungstechnisch wichtig sind hier körperliche Untersuchung, sonografische Untersuchung, sowie das Labor. Zur Entlastung des Laborbudgets bei dieser labordiagnostisch teuren Erkrankung gibt es im EBM eine entsprechende Kennnummer, die GOP 32006. Diese ist bei "Erkrankungen oder Verdacht auf Erkrankungen, bei denen eine gesetzliche Meldepflicht besteht, sofern in diesen Krankheitsfällen mikrobiologische, virologische oder infektionsimmunologische Untersuchungen durchgeführt werden, oder Krankheitsfälle mit meldepflichtigem Nachweis eines Krankheitserregers" zu nutzen. Findet eine antivirale Therapie der chronischen Hepatitis C mit Interferon und/oder Nukleosidanaloga statt, ist die Kennnummer 32005 zu verwenden. (pes)

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