Ärzte Zeitung, 17.09.2004

Zusammenhang zwischen MS und Hepatitis-Impfung?

Unklare Studienergebnisse

BOSTON (ple). Britische Forscher haben in einer Studie eine Assoziation zwischen der Impfung gegen Hepatitis B und dem Auftreten von Multipler Sklerose (MS) beobachtet. Das steht allerdings in Widerspruch zu den Ergebnissen mehrerer bisheriger größerer Studien. Irgendwelche Konsequenzen für die Hepatitis-B-Impfung, etwa Einschränkungen, sehen selbst die britischen Forscher durch die neue Studie nicht.

Für die Studie wurden die Daten von 163 MS-Patienten und mehr als 1600 Patienten ohne diese Erkrankung verglichen (Neurology 63, 2004, 838). Elf der MS-Patienten hatten innerhalb von drei Jahren nach der Hepatitis-B-Impfung erste MS-Symptome bekommen. Insgesamt errechneten die Forscher ein um das Dreifache erhöhtes Risiko für eine MS nach einer Hepatitis-B-Impfung.

Wie es in einem Kommentar zur Veröffentlichung der Analyse heißt, ist es unklar, ob die elf MS-Patienten repräsentativ für alle MS-Kranke in der Bevölkerung sind. Sie waren aufgrund enger Einschlußkriterien aus einer Gruppe von über 713 MS-Kranken für die Studie ausgewählt worden. Zudem sei die Hepatitis-B-Impfung bei Menschen aus Hochrisiko-Gruppen vorgenommen worden, was das Studienergebnis verfälscht haben könnte.

Die Studienleiter wie die Kommentatoren raten wegen ihres klar erwiesenen Nutzens weiterhin zur Hepatitis-B-Impfung.

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