Ärzte Zeitung, 22.12.2004

Keine Sportpause nach Grippespritze

Gewohntes Training ist möglich / Wechsel von i.m. auf s.c.-Applikation ist nicht ratsam

MÜNCHEN (wst). Freizeitsportler, die sich gegen Grippe impfen lassen, brauchen im Normalfall keine Schonpausen einzuhalten, um das gewohnte Training fortzusetzen.

Dies hat der Münchner Impfexperte Dr. Nikolaus Frühwein auf Anfrage der "Ärzte Zeitung" gesagt. Vor allem im Interesse einer ungestörten Immunantwort, sollte allerdings mit ungewohnten, außergewöhnlichen körperlichen Anstrengungen bis etwa eine Woche nach der Impfung gewartet werden, so Frühwein.

Treten nach einer Impfung infektähnliche systemische Reaktionen auf, rät er zu einer Sportpause vom Beginn der Beschwerden bis drei oder vier Tage nach ihrem Abklingen. Solche systemischen Reaktionen würden etwa nach Tetanus-Impfungen häufig registriert.

Nach Grippeimpfungen seien sie jedoch sehr selten, so Frühwein. Vor allem in den USA wurde wegen eines Grippeimpfstoff-Mangels in den vergangenen Wochen zunehmend die dosisreduzierte subkutane Injektion anstelle der üblichen intramuskulären Injektion diskutiert.

Einen solchen Wechsel der Applikationsweise hält Frühwein eher für kritisch. Denn zum einen seien bei subkutaner Gabe mehr lokale Nebenwirkungen zu erwarten. Zum anderen sei eine ausreichende Immunisierung unsicher, wenn die reduzierte Subkutan-Dosis - etwa mangels Übung - versehentlich intrakutan oder intramuskulär injiziert werde.

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