Ärzte Zeitung, 28.07.2005

KOMMENTAR

Impfstoff-Lücke im Pandemieplan

Von Wolfgang Geissel

Gäbe es eine Grippe-Pandemie in diesem Jahr, könnten pharmazeutische Unternehmen wahrscheinlich nicht genügend Impfstoff für die Bevölkerung in Deutschland bereitstellen. Wieviel Impfdosen jedoch bei uns tatsächlich bei einer Pandemie benötigt werden, ist bisher ungewiß.

Im vergangenen Jahr hat das Paul-Ehrlich-Institut etwa 20 Millionen Dosen Grippe-Vakzine für den deutschen Markt zugelassen. Normale Influenza-Impfstoffe enthalten jedoch drei Virus-Stämme. Eine Pandemie-Vakzine würde aber nur gegen das Pandemie-Virus gerichtet sein.

Mit den Kapazitäten des vergangenen Jahres könnten also 60 Millionen Dosen Pandemie-Impfstoff hergestellt werden. Hiermit ließen sich aber möglicherweise nur 30 Millionen Menschen schützen. Denn es gibt Hinweise darauf, daß für einen belastbaren Schutz bei Pandemien zwei Impfungen nötig sein könnten.

Fazit dieser unsicheren Berechnungen kann daher nur sein, möglichst viel für normale Grippe-Impfungen in Deutschland zu werben. Das schützt zwar nicht vor einer Pandemie, hilft aber dabei, daß für den Ernstfall erweiterte Produktionskapazitäten für einen Pandemie-Impfstoff geschaffen werden.

Lesen Sie dazu auch:
Die Entwicklung eines Impfstoffs gegen Vogelgrippe geht zügig voran

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

"Digitalisierung lässt sich nicht klein hoffen"

Die Digitalisierung lässt sich nicht aufhalten, die Ärzte sollten sich daher aktiv daran beteiligen, appellierte der Blogger Sascha Lobo auf dem Ärztetag. mehr »

Alle wichtigen Videos vom Ärztetag

Digitalisierung, Angst vor Veränderung, Wunschminister: Die Ärztezeitung fasst für Sie die wichtigen Themen des Ärztetags in kurzen Videos zusammen. mehr »

Massive Technik-Pannen behindern Ärztetag

Nicht einsehbare Anträge, verschobene Abstimmungen: Technische Probleme machen Delegierten und Journalisten gestern unmd heute auf dem Ärztetag arg zu schaffen. mehr »