Ärzte Zeitung, 07.09.2005

Versuchstiere erfolgreich gegen Mykosen geimpft

CAMBRIDGE (ddp.vwd). Italienische Forscher haben eine Impfung gegen Pilzinfektionen entwickelt: Der neue Impfstoff besteht aus einem Zuckermolekül, das auf der Oberfläche vieler krankmachender Pilze vorkommt, und einem Trägerprotein, welches das Immunsystem aktiviert. Ratten, die mit dieser Kombination geimpft wurden, lebten nach einer Infektion mit dem Hefepilz Candida albicans mehr als viermal so lang wie ihre nicht geimpften Artgenossen.

Ersten Ergebnissen zufolge kann der Impfstoff auch vor Infektionen mit anderen Pilzen wie Schimmelpilzen schützen. Das berichten die Forscher um Dr. Antonella Torosantucci von der medizinischen Hochschule in Rom (J Exp Med 202/5, 2005, 1).

Eine vorbeugende Impfung gegen Pilze gab es bislang nicht. Torosantucci und ihre Kollegen gelang es nun jedoch, das Immunsystem für die Pilze zu sensibilisieren: Sie kombinierten ein Beta-Glucan - ein Zuckermolekül, das für viele Pilze lebensnotwendig ist - mit einem Giftstoff, der von Diphtherie-Erregern produziert wird.

Dieses Toxin aktiviert das Immunsystem, das daraufhin Antikörper gegen das Zuckermolekül bildet. Das schützte Ratten nicht nur vor einer systemischen Infektion mit C. albicans, sondern auch vor dem häufigeren, wenn auch weniger gefährlichen Schleimhautbefall.

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