Ärzte Zeitung, 15.11.2005

Pneumokokken-Kinderimpfung schützt auch alte Menschen

Effekt des US-Impfprogramms / Rückenwind für deutsche Befürworter der Impfung

NEU-ISENBURG (eis). Werden Kinder gegen Pneumokokken geimpft, dann schützt das indirekt auch alte Menschen vor schweren Infekten, wie eine US-Studie jetzt bestätigt hat. Die Ergebnisse stützen Befürworter der generellen Pneumokokken-Kinderimpfung in Deutschland.

In den USA wird seit 2000 allen Säuglingen die Impfung mit der siebenvalenten Konjugatvakzine (Prevenar®) empfohlen, etwa 68 Prozent der Zweijährigen waren 2002 geimpft.

In mehreren US-Regionen mit fast 19 Millionen Einwohnern sind jetzt die Raten invasiver Pneumokokken-Infekte (Meningitis, Pneumonie, Bakteriämie) von 1998/99 und 2002/03 miteinander verglichen worden, wie Dr. Catherine A. Lexau vom Minnesota Department of Health und ihre Kollegen berichten (JAMA 294, 2043, 2005).

Danach ging die Erkrankungsrate bei den über 50jährigen von 40,8 pro 100 000 vor dem Impfprogramm auf 29,4/100 000 nach Programm-Start zurück (minus 28 Prozent). Infekte mit den sieben in der Vakzine enthaltenen Serotypen gingen sogar zu 55 Prozent zurück.

Keinen Rückgang habe es bei Infekten mit den 16 zusätzlich in Polysaccharid-Vakzinen enthaltenen Keim-Typen gegeben. Infekte mit Nicht-Vakzine-Keimen hätten sogar leicht zugenommen.

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