Ärzte Zeitung, 09.01.2006

Impfung schützt vor Durchfall durch Rotaviren

Die meisten Klinikeinweisungen wegen Rotaviren werden verhindert / Vakzinen werden gut vertragen

SANTIAGO DE CHILE/WEST POINT (Rö). Zwei Impfstoffe gegen Rotaviren können bei den meisten Kindern schwere Komplikationen und Klinikaufenthalte wegen Rotavirusinfekten verhindern. Damit könnte künftig vielen Kindern, vor allem in unterentwickelten Ländern, das Leben gerettet werden.

Die Ergebnisse zweier großer Studien mit je einem der beiden Impfstoffe sind jetzt im "New England Journal of Medicine" vorgestellt worden.

Über die Resultate mit der Rotavirus-Vakzine von GlaxoSmithKline berichtet Dr. Miguel O‘Ryan von der Universität von Chile in Santiago (354, 2006, 11). An der Studie mit der Vakzine, einem abgeschwächten Lebendimpfstoff, hatten 63 225 Säuglinge teilgenommen.

Die Hälfte hatte eine Schluckimpfung mit der Vakzine erhalten. Damit wurden 85 Prozent aller Kliniktherapien wegen Rotavirus-Infektionen verhindert und 100 Prozent aller schweren Gastroenteritiden. Die Raten von Klinikbehandlungen wegen Diarrhoen insgesamt nahmen um 42 Prozent ab. Darminvaginationen waren in Verum- und Placebo-Gruppe gleich selten.

Die Resultate mit der pentavalenten Rotavirus-Vakzine des US-Unternehmens Merck (in Deutschland: Sanofi Pasteur MSD) hat Dr. Penny M. Heaton von den Merck Research Laboratories in West Point im US-Staat Pennsylvania vorgestellt (354, 2006, 23).

An dieser Studie hatten 68 038 Säuglinge teilgenommen. Die Hälfte von ihnen hatten die Schluckimpfung bekommen, die anderen Placebo. In dieser Studie wurden 95 Prozent aller Klinikaufnahmen und Behandlungen auf Notfallstationen wegen Rotavirus-Infektionen verhindert.

Bei den schweren Gastroenteritiden waren es sogar 98 Prozent. Die Raten von Darminvaginationen waren gering und unterschieden sich nicht zwischen der Verum- und der Placebo-Gruppe.

Die Einführung von Rotavirus-Vakzinen in Ländern der EU wird bald in diesem Jahr erwartet.

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