Ärzte Zeitung, 26.06.2006

KOMMENTAR

Viele tausend Frauen ohne Rötelnschutz

Von Wolfgang Geissel

Röteln sind genau wie Masern in Deutschland weiter ein Problem. Gefährdet sind vor allem ungeborene Kinder, denen bei Infektion über die Plazenta ein konnatales Rötelnsyndrom (CRS) mit schwersten Behinderungen droht.

Nach Ergebnissen von Seroprävalenzstudien in Deutschland sind 0,8 bis 3 Prozent der 18- bis 30jährigen nicht gegen Röteln immun (52 000 bis 194 000 Frauen!). In einer Schwangerschaft hätten ihre Kinder ein CRS-Risiko. Zwar wurden in Deutschland in den vergangenen Jahren pro Jahr nur ein bis sieben Kinder mit CRS gemeldet, doch geht das Robert-Koch-Institut hier von einer hohen Dunkelziffer aus.

Um die Zirkulation von Rötelnviren in Deutschland zu unterbinden, muß verstärkt dagegen geimpft werden. Vor allem bei Kleinkindern wird die zweite Masern-Mumps-Röteln-Impfung immer noch viel zu selten vorgenommen. Und bei allen Frauen mit Kinderwunsch ist der Rötelnschutz zu überprüfen und gegebenenfalls aufzufrischen.

Lesen Sie dazu auch:
Versehentliche Röteln-Impfung ohne Folgen

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »