Ärzte Zeitung, 12.07.2006

KOMMENTAR

Kinder brauchen mehr Pertussis-Schutz

Von Wolfgang Geissel

Die Ursache für einen hartnäckigen Husten bei Schulkindern ist meist schwer zu klären. Ein großer Teil der älteren Kinder und Jugendlichen mit länger dauerndem Husten hat aber offenbar Keuchhusten, wie aktuelle epidemiologische Studien belegen.

Weder die Impfung noch eine durchgemachte Pertussis-Infektion sorgen nämlich für eine lebenslange Immunität. Da es bei Kleinkindern inzwischen gute Impfraten gibt, tritt die Erkrankung mittlerweile in höheren Altersgruppen häufiger auf, wird aber dann wegen der unspezifischen Symptome nur selten diagnostiziert.

Da die Möglichkeiten der Therapie bei Pertussis begrenzt sind, ist es wichtig, die neuen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) rasch umzusetzen. Sechsjährige sollten einen Tetanus-Diphtherie-Pertussis-Booster (TdaP) bekommen. Sind sie bereits - wie früher empfohlen - gegen Tetanus und Diphtherie (und nicht gegen Keuchhusten) geimpft worden, dann sollte die kombinierte Auffrischung fünf Jahre später nachgeholt werden.

Für Erwachsene ist der Pertussis-Schutz zwar (noch) nicht von der STIKO vorgesehen. Zusammen mit den Tetanus-Diphtherie-Boostern alle zehn Jahre ist die Impfung aber ein sinnvolles IGeL-Angebot.

Besonders wichtig ist die Kokon-Strategie zum Schutz der besonders gefährdeten Säuglinge: Um Ansteckungen zu verhindern, rät die STIKO, Eltern, Großeltern, Geschwister und Betreuer schon vor der Geburt gegen Keuchhusten zu impfen.

Lesen Sie dazu auch:
Pertussis bei geimpften Kindern

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