Ärzte Zeitung, 18.10.2006

Zoster-Impfung bald Standard beim Hausarzt?

Experte plädiert für Erweiterung des Impfkalenders / Inzidenz der Gürtelrose bei Geimpften wird halbiert

BERLIN (gvg). Die im Mai in Europa zugelassene Impfung gegen Gürtelrose sollte möglichst bald in den Impfkalender der Ständigen Impfkommission aufgenommen werden. Dafür plädiert Professor Klaus Wahle, Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO).

Mann mit Gürtelrose auf der Stirn. Eine Impfung kann davor schützen. Foto: Schauerte

Die Impfung sei ideal für die Praxen von Hausärzten geeignet, wo in der Regel etwa die Hälfte der Patienten in die Altersgruppe ab sechzig Jahren fielen, sagte der niedergelassene Allgemeinmediziner. Für diese Altersgruppe ist die neue Zosterimpfung vor allem gedacht. Als kühlschranktaugliche Formulierung soll sie voraussichtlich ab kommendem Jahr in Deutschland verfügbar sein.

Wahle sieht die Zoster-Impfung als weiteren Baustein in einer speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen ausgerichteten, hausärztlichen Prävention.

"Die Zoster-Impfung ergänzt die jährliche Influenza-Impfung und die alle sechs Jahre empfohlene Pneumokokken-Impfung in idealer Weise und sollte deswegen zügig als Standardimpfung empfohlen werden", so Wahle auf einer Veranstaltung von Sanofi Pasteur MSD, dem Hersteller des Zoster-Impfstoffs (Zostavax®).

"Mit der Herpes zoster-Impfung besteht eine effektive und effiziente Möglichkeit, das Auftreten der Gürtelrose um mehr als fünfzig Prozent und insbesondere das Ausmaß der Postzoster-Neuralgie um mehr als sechzig Prozent zu reduzieren", unterstrich Wahle.

Es handele sich beim Herpes zoster bekanntlich um ein bei älteren Menschen häufiges Krankheitsbild, dessen Inzidenz mit dem Alter zunehme und das mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität einhergehe. Häufigste Komplikation einer Gürtelrose ist die postherpetische Neuralgie.

Wahle sprach sich in diesem Zusammenhang deutlich gegen den im Zusammenhang mit der anstehenden Gesundheitsreform diskutierten Vorschlag aus, Impfungen nicht mehr extrabudgetär abzurechnen, sondern in den gedeckelten Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung aufzunehmen. "Dadurch würde den Hausärzten der Anreiz genommen, eine effektive Prävention zu betreiben", so Wahle.

Weitere Infos im Internet unter www.rki.de

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Mehr Tempo für die Zoster-Impfung

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