Ärzte Zeitung, 19.12.2006

KOMMENTAR

Pflegekräfte brauchen Grippe-Schutz

Von Wolfgang Geissel

Die Grippe-Impfung ist bei alten Menschen wegen der geschwächten Abwehr deutlich weniger wirksam als bei jungen. Da alte Menschen bei Grippe-Komplikationen das höchste Sterberisiko haben, ist zusätzlicher Schutz nötig: zum Beispiel, indem bei Grippewellen auf den Händedruck verzichtet und so die Übertragung von Erregern minimiert wird. Bei Symptomen sind Neuraminidasehemmer eine Option. Mehrmaliges Impfen verbessert die Wirksamkeit der Impfstoffe. Es ist daher wichtig, alte Menschen jedes Jahr zu impfen.

Inzwischen mehren sich zudem die Belege, daß die Impfung von Pflegepersonal indirekt auch Heimbewohner vor Influenza schützt. Wird eine eigene Infektion vermieden, reduziert dies nicht nur eigene Krankheitstage im Winter, sondern es werden auch keine Erreger an Patienten weitergegeben.

Das Risiko ist oft nicht erkennbar. So können Erwachsene mit Influenza bereits einen Tag vor Beginn der Symptome und noch fünf Tage nach Abklingen infektiös sein. Dies ist ein wichtiger Grund, Pflegekräften in Heimen den empfohlenen Impfschutz anzubieten.

Lesen Sie dazu auch:
Bei Mitarbeiter-Impfprogrammen sterben weniger Heimbewohner

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »