Ärzte Zeitung, 16.04.2007

Auffrischungskurse fürs Impfen stark gefragt

Ärzte in Mecklenburg-Vorpommern nutzen Fortbildungsangebote / Aufklärung an Schulen wird verstärkt

ROSTOCK (di). Mecklenburg-Vorpommerns Ärzte wollen die Bevölkerung stärker für den Impfschutz sensibilisieren. Ziel ist, vor allem die Durchimpfungsrate bei Jugendlichen zu erhöhen.

"Jeder Arzt-Patientenkontakt soll dazu genutzt werden, auf die Gefahren unterlassener Impfungen hinzuweisen", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Kammerpräsident Dr. Andreas Crusius zum heutigen Start der Europäischen Impfwoche.

Im Nordosten erlebt die Ärztekammer derzeit einen Run auf Auffrischungskurse für das Impfen. Dieser alle drei Jahre zu wiederholende dreistündige Kurs ist in Mecklenburg- Vorpommern Voraussetzung, damit Ärzte die Impfleistung von den Krankenkassen bezahlt bekommen. Mehr als 1000 Ärzte hatten allein im vergangenen Jahr ihre Kenntnisse aufgefrischt. Besonders unter Jugendlichen sehen die Ärztekammer und das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) derzeit Impflücken.

Grund: Eine Überprüfung des Impfschutzes zwischen dem neunten und dem 17. Lebensjahr fehlt fast völlig, da diese Altersgruppe kaum zum Arzt geht. Deshalb soll nun die Aufklärung an den Schulen verstärkt werden. Als Besorgnis erregend stufen Kammer und LAGuS den Anstieg der Keuchhusteninfektionen ein. Die Zahl der Erkrankungsfälle stieg seit 1990 von zehn auf 1173 in 2006 an. Dr. Martina Littmann vom LAGuS verwies auf kaum noch auftretende Impfschäden im Land.

Die niedrige Zahl der Komplikationen stehe in keinem Verhältnis zum Risiko, das von unterlassenen Impfungen ausgeht. Besonders unter Hebammen hat die Ärztin eine kritische Haltung gegenüber Impfungen beobachtet.

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