Ärzte Zeitung, 13.06.2007

KOMMENTAR

Kassenkampf um Versicherte

Von Julia Kästner

Das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz hat den Konkurrenzkampf unter den Krankenkassen verschärft. So war es auch gedacht. Um den Wettbewerb anzuheizen, hat der Gesetzgeber den Kassen am 1. April einige Türen geöffnet, die bisher verschlossen waren.

Auch GKV-Mitglieder haben jetzt die Möglichkeit, wie Privatversicherte zwischen verschiedenen Tarifen mit unterschiedlich hohen Selbstbehalten zu wählen. Nun fangen die Kassen an, auch die Freiheiten zu nutzen, die ihnen das Sozialgesetzbuch bei der Übernahme von Reiseimpfungen bietet.

Techniker Krankenkasse, DAK und die Kaufmännische Krankenkasse Hannover sind die ersten, die ihren Versicherten vor einer Urlaubsreise die notwendigen Immunisierungen zahlen. Wie weit der Konkurrenzkampf geht, sieht man daran, dass die DAK die Kostenübernahme schon angekündigt hat, obwohl die dafür notwendige Satzungsänderung noch gar nicht genehmigt ist.

Für niedergelassene Kollegen wird sich durch die Kostenerstattung vorerst nichts ändern. Sie rechnen ihre Impfleistungen weiter über die GOÄ ab. Vorgaben hinsichtlich des Steigerungsfaktors existieren zwar noch nicht. Demnächst werden die zusätzlichen Satzungsleistungen der Kassen aber zum Gegenstand neuer regionaler Impfvereinbarungen werden. Es bleibt zu hoffen, dass dann das Honorar für die vormaligen Selbstzahlerleistungen das Niveau der GOÄ hält.

Lesen Sie dazu auch:
Krankenkassen entdecken die Reise-Impfung als Serviceleistung

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »