Ärzte Zeitung, 10.01.2008

Sachsen rät zum Rotavirus-Schutz für alle Babys

Keine STIKO-Empfehlung

NEU-ISENBURG (eis). Impfungen gegen Rotaviren können Kleinkindern schwere Brechdurchfälle ersparen. Die Sächsische Impfkommission rät daher seit dem 1. Januar, in Sachsen alle Säuglinge gegen Rotaviren zu impfen.

Fast alle Kinder in Deutschland infizieren sich mit Rotaviren (RV). Nach Schätzungen werden dabei jährlich 13 000 bis 24 000 Kinder bis zum Alter von fünf Jahren wegen RV-Gastroenteritis in Kliniken behandelt.

Mit der Impfung lassen sich über 96 Prozent der schweren Verläufe verhindern, ebenso über 90 Prozent der RV-bedingten Klinikeinweisungen. Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) zur RV-Impfung gibt es bisher nicht. In einer Stellungnahme rät das Gremium jedoch, bei Säuglingen eine Impfung zu erwägen, etwa wenn sie in Kinderkrippen betreut werden.

Impfexperten wie Professor Christel Hülße aus Rostock wünschen sich eine generelle Impfempfehlung für alle Säuglinge in Deutschland. Dass die STIKO in Kürze eine solche Empfehlung aussprechen wird, hat Hülße nicht gesagt. Das hatten wir versehentlich in unserer Ausgabe vom 10. Dezember berichtet.

Einige Krankenkassen erstatten bereits die Kosten der RV-Impfung. Infos unter www.impfkontrolle.de

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[11.01.2008, 07:38:10]
Wilfried Soddemann  soddemann-aachen@t-online.de
Rotavirus durch Trinkwasser übertragen - Nur 10% erkannte Häufungen!
Rotavirus- und Norovirus-Infektionen werden durch Fäkalien entweder in Lebensmitteln oder im Trinkwasser ausgelöst, bevor sie sekundär übertragen werden können, besonders augenfällig in Krankenhäusern, Altenheimen, Schulen oder Kindergärten. In unseren Gewässern, auch im Grundwasser, kommen Viren vor. Unsere Wasserwerke können Viren nicht filtern. Kaltes Wasser konserviert ansteckende Viren. Die Norovirus- und Rotavirus-Infektionen folgen jedes Jahr streng dem Verlauf der Kälte im Wasser, im Boden und in den Wasserleitungen. Es ist offensichtlich, dass die winterlichen Norovirus- und Rotavirus-Infektionen von der Kälte abhängen. Unsere Lebensmittel haben das ganze Jahr über in etwa die gleiche Temperatur. Das Trinkwasser nicht. Es hat sein Temperaturminimum im Februar. Also muss das Trinkwasser die Norovirus- und Rotavirus-Infektionen auslösen! Die Ultrafiltration kann Viren aus dem Trinkwasser filtern, ohne Zusatz von Chemikalien. Dabei entstehen zusätzliche Kosten von lediglich 5 bis 7 € pro Person und Jahr, für eine vierköpfige Familie also rund 2 € im Monat. Eine vorsorgende Gesundheitspolitik muss die Infektionsketten durchbrechen. Die wirkungsvolle Trinkwasseraufbereitung würde die Kosten im Gesundheitswesen senken, auch bei anderen durch Trinkwasser übertragenen Infektionen durch z. B. Adenovirus, Campylobacter, E.-coli-Enteritis, EHEC/STEC, Kryptosporidiose, Salmonellose, Yersiniose. Auch die H5N1-Vogelgrippe kann mit dem Trinkwasser übertragen werden. Eine epidemiologische Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar die saisonale Influenza durch das Trinkwasser ausgelöst wird.

Dipl.-Ing. Wilfried Soddemann
soddemann-aachen@t-online.de
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