Ärzte Zeitung, 11.02.2008

Pneumonie-Rate bei Kleinkindern in den USA halbiert

Zahl der Klinikaufenthalte um 52 Prozent reduziert

ATLANTA (eis). Allen Säuglingen in Deutschland wird seit Sommer 2006 die Impfung mit dem konjugierten Pneumokokken-Impfstoff empfohlen. Für den großen Nutzen spricht jetzt eine Studie in den USA. Dort hat sich nach Einführung der Impfung die Häufigkeit von Pneumonien bei unter Zweijährigen in etwa halbiert.

 Pneumonie-Rate bei Kleinkindern in den USA halbiert

Pneumonie-Rate bei Kleinkindern in den USA halbiert.

Foto: klaro

Der Schutz mit dem Pneumokokken-Kinderimpfstoff (Prevenar®) wird in den USA bereits seit dem Jahr 2000 allen Babys empfohlen und breit angewendet. Forscher um Dr. Fangjun Zhou von den Centers for Disease Control (CDC) in Atlanta haben jetzt Pneumonie-Raten bei Kleinkindern vor und nach Einführung der Impfung analysiert (Arch Ped Adolesc Med 161, 2007, 1162).

Nach den Ergebnissen kamen in den Stichproben zwischen 1997 und 1999 pro Jahr 11,5 von 1000 Kindern dieser Altersgruppe wegen Pneumonie in eine Klinik. Im Jahr 2004 hatte sich die Rate auf 5,5 pro 1000 Kinder mehr als halbiert. Ähnlich sah es bei den Arztbesuchen wegen Pneumonie aus. Hier reduzierte sich die Rate der Arztkontakte wegen Lungenentzündung in dieser Altersgruppe von 99,3 pro 1000 Kinder (1997 bis 1999) auf 58,5 pro 1000 Kinder im Jahr 2004.

Durch die verminderte Pneumonie-Rate bei Kleinkindern werde im Gesundheitssystem viel Geld gespart, so die Forscher. Hochgerechnet auf die US-Bevölkerung schätzen sie, dass vor Einführung der Impfung jährlich 688 Millionen US-Dollar für pneumoniekranke Kleinkinder ausgegeben wurden. Diese Summe habe sich bis 2004 auf 376 Millionen US-Dollar reduziert.

Für die Studie wurden Krankenversicherungsdaten von Mitarbeitern großer US-Firmen und -Behörden analysiert. Für jedes Jahr der Analyse standen dabei Daten von mehr als 40000 Kindern aus den gesamten USA zur Verfügung.

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