Ärzte Zeitung, 25.02.2008

Kein Zusammenhang zwischen MS und Impfungen

Multiple Sklerose tritt nach Impfungen nicht gehäuft auf

NEU-ISENBURG / LANGEN (gvh). Neue Studiendaten widerlegen erneut den Verdacht, dass Impfungen das Risiko für Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose (MS) erhöhen. Darauf weist das Paul-Ehrlich-Institut in Langen hin.

 Kein Zusammenhang zwischen MS und Impfungen

Der Nutzen einer Hepatitis-B-Impfung ist klar höher als das Risiko.

Foto: AOK-Mediendienst

So wurde in einer französischen Fall-Kontroll-Studie keine Verbindung zwischen einer Hepatitis-B-Impfung und einem erhöhten Risiko für MS gefunden. In der Untersuchung wurden Daten von 143 MS-kranken Kindern und Jugendlichen im Alter unter 16 Jahren analysiert.

Die Ergebnisse wurden mit Daten von 1122 Kontrollpersonen gleichen Alters, Geschlechts und Wohnorts verglichen (Arch Pediatr Adolesc Med 161, 2007, 1176).

Ergebnis: Binnen drei Jahren vor dem ersten MS-Schub wurden 32 Prozent der MS-Kranken gegen Hepatitis B geimpft. Die Impfrate bei den Kontrollpersonen war in diesem Zeitraum nahezu identisch. Auch binnen sechs Monaten vor dem ersten MS-Schub ergab sich keine erhöhte Hepatitis-B-Impfrate im Vergleich zu den Kontrollpersonen. Ein erhöhtes Risiko für MS durch Impfung sei daher unwahrscheinlich.

Das Paul-Ehrlich-Institut zitiert die Ergebnisse einer Metaanalyse zum MS-Risiko nach vorheriger Tetanusimpfung (Neurology 67, 2006, 212). Bei den Geimpften sei das Risiko für eine MS sogar signifikant (um etwa ein Drittel) reduziert gewesen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »