Ärzte Zeitung online, 19.08.2008

Rückgang bei schweren invasiven Meningokokken-Infektionen

BERLIN (eis). Immer wieder kriegen völlig gesunde junge Menschen in Deutschland eine invasive Meningokokken-Infektion und sterben daran. Vergangenes Jahr sind jetzt solche schweren Infekte in Deutschland deutlich seltener gemeldet worden als in den Vorjahren.

Foto: Klaro

445 invasive Meningokokken-Erkrankungen sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Berlin 2007 gemeldet worden und damit 21 Prozent weniger als 2006 (555 Erkrankungen). Zwischen 2001 und 2003 waren sogar weit über 700 Erkrankungen jährlich gemeldet worden. Betroffen sind vor allem Kinder unter 5 Jahren und Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren. Die Sterberate ist mit knapp 9 Prozent weiterhin hoch.

Im vergangenen Jahr waren etwa 68 Prozent der Erkrankungen von Erregern des Serotyps B ausgelöst, gegen den es noch keinen Impfschutz gibt. Etwa 23 Prozent der Erkrankungen wurden vom Serotyp C verursacht, gegen den geimpft werden kann. Das RKI führt den Rückgang der Meningokokken-C-Erkrankungen bei Kleinkindern teilweise schon auf die Impfung zurück, die 2006 in den Impfkalender aufgenommen worden war.

Das Institut weist darauf hin, dass in Deutschland alle Kinder ab dem ersten Geburtstag gegen Meningokokken C geimpft werden sollten. Dazu reicht eine einzige Impfdosis aus. Bei Kindern und Jugendlichen, die die Impfung versäumt haben, sollte der Schutz bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen die Nachholimpfungen bei älteren Kindern und Jugendlichen in allen Bundesländern mit Ausnahme von Thüringen und Sachsen-Anhalt.

Mehr Infos zu Meningokokken: www.rki.de/cln_100/nn_196658/DE/Content/InfAZ/M/Meningokokken/Meningokokken.html?__nnn=true

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