Ärzte Zeitung, 26.11.2008

Hepatitis-B-Impfversagern hilft die Kombivakzine

Hepatitis-A/B-Impfstoff schützte 42 von 44 ehemaligen Non-Respondern

NEU-ISENBURG (eis). Den meisten Non-Respondern auf die Hepatitis-B-Impfung kann offenbar mit dem Hepatitis-A/B-Kombi-Impfstoff doch noch zum Schutz verholfen werden. Das hat eine schwedische Studie ergeben.

Zum Beispiel bei Blutentnahmen ist das Hepatitis-B-Infektionsrisiko in der Praxis erhöht.

Foto: Klaro

An der Studie von Forschern um Dr. Kristina Cardell von der Uniklinik in Linköping nahmen 48 Non-Responder aus medinischen Berufen teil (J Infect Dis 198, 2008, 299). Die Probanden hatten nach mindestens vier Hepatitis-B-Impfungen keine schützenden Antikörpertiter (mehr als 10 mIU/ml) entwickelt. Als Kontrollgruppe dienten 20 Probanden ohne bisherige Hepatitis-B-Impfung.

Alle wurden dreimal mit der doppelten Dosis des Kombinationsimpfstoffs (Twinrix®) intramuskulär geimpft, und zwar zu den Zeitpunkten 0, 1 und 6 Monate. Die Antikörpertiter wurden je ein Monat nach der ersten und der dritten Impfung überprüft.

Das Ergebnis: Von den 44 bisherigen Non-Respondern mit auswertbaren Daten hatten 42 (95 Prozent) nach der dritten Dosis schützende Hepatitis-B-Titer (Kontrollgruppe: 100 Prozent). Die gute Wirksamkeit wird dabei auf die hohe Gesamtdosis und einen positiven Effekt der Hepatitis-A-Komponente zurückgeführt.

Wegen der Infektionsgefahr im Beruf rät die Ständige Impfkommission dringend Ärzten und Arzthelferinnen zur Hepatitis-B-Impfung. Der Impferfolg ist vier bis sechs Wochen nach der dritten Impfung zu kontrollieren. Etwa fünf Prozent der Impflinge entwickeln aber auch nach wiederholten Impfungen keine ausreichenden Antikörper-Titer. Dabei spielen außer genetischen Faktoren besonders Übergewicht, Rauchen und Alter eine wesentliche Rolle.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »