Ärzte Zeitung, 29.09.2009
Tod
nach HPV-Impfung: Ursache ist unklar
Mädchen in Großbritannien starb kurz nach
einer Cervarix®-Impfung
NEU-ISENBURG (ikr). Ein weiterer
Todesfall im zeitlichen Zusammenhang mit der HPV-Impfung hat diese
Impfung erneut zum Thema gemacht. Ob der Impfstoff Cervarix®
möglicherweise ursächlich für den Tod eines
14-jährigen Mädchens ist, ist bisher völlig
unklar.

Ob der Tod eines 14-jährigen
Mädchens in Großbritannien mit der HPV-Impfung
zusammenhängt, ist derzeit noch unklar.
Foto: GlaxoSmithKline
In Großbritannien ist ein
Mädchen nach einer Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs
im Rahmen des Nationalen Impfprogramms gestorben. "Derzeit ist die
genaue Ursache dieses tragischen Todesfalls noch unbekannt. Wir
arbeiten eng mit dem Gesundheitsministerium und der
Überwachungsbehörde Medicines and Healthcare products
Regulatory Agency (MHRA) zusammen, um die exakte Todesursache so rasch
wie möglich zu klären", hat das Unternehmen
GlaxoSmithKline mitgeteilt.
Als reine Vorsichtsmaßnahme hat das Unternehmen nach
eigenen Angaben bereits die entsprechende Charge des HPV-Impfstoffs
Cervarix® zurückgezogen. In klinischen Studien mit
über 30 000 Frauen im Alter zwischen 10 und 55 Jahren
habe sich der Impfstoff als gut verträglich erwiesen. Die
häufigsten Nebenwirkungen seien lokale Reaktionen gewesen wie
Schmerzen, Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle.
Sie seien in der Impfstoffgruppe etwas häufiger aufgetreten
als in der Kontrollgruppe, so das Unternehmen.
In den vergangenen Jahren hatte es bereits zwei
Todesfälle bei jungen Mädchen in zeitlichem
Zusammenhang mit einer HPV-Impfung - mit der Vakzine Gardasil®
- gegeben. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen sah daraufhin
jedoch keine Veranlassung dafür, von der Impfung abzuraten, da
die Ursache der beiden Todesfälle auch nach
gründlicher Obduktion unbekannt blieb und der Nutzen der
Impfung weiterhin die Risiken überwog.
Das PEI wies darauf hin, dass unklare plötzliche
Todesfälle sehr seltene Ereignisse seien, die mit
unterschiedlicher Häufigkeit in jedem Lebensalter auftreten
können. So habe es etwa im Jahre 2006 in Deutschland in der
Altersgruppe der 15- bis unter 20-Jährigen 58
Todesfälle mit unklarer Ursache gegeben. Darunter waren 22
Mädchen.
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