Ärzte Zeitung online, 26.11.2009

RKI-Chef ruft zum Kampf gegen Infektionen auf

ROSTOCK (dpa). Rund 30 Prozent der Weltbevölkerung sterben an Infektionen, doch es fehlt an notwendigen Medikamenten und den richtigen Weichenstellungen in der Politik. Das hat der Leiter des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI), Jörg Hacker, am Mittwoch in Rostock beklagt.

Die Tatsache, dass sich der Erreger der Schweinegrippe im Frühjahr in nur fünf Tagen rund um die Welt verbreitete, habe die Bedrohung der Menschheit im Zeitalter der Globalisierung gezeigt, sagte Hacker laut Redemanuskript in einem Vortrag zur Eröffnung der Jahrestagung der Leibniz-Gemeinschaft.

Der RKI-Chef kritisierte Mängel in der Gesundheitspolitik. Im südlichen Afrika sei Aids auch deshalb so verbreitet, weil Kondome nicht zur Verfügung stünden oder mit falschen Argumenten geächtet würden. Von den 500 Millionen Malaria-Fällen pro Jahr in Afrika könnten viele vermieden werden, wenn der Überträger, die Anopheles-Mücke, effektiver bekämpft würde. In Deutschland seien schon besiegt geglaubte Infektionen wie Diphtherie und Masern wieder auf dem Vormarsch, weil die Bevölkerung impfmüde sei.

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