Ärzte Zeitung, 21.01.2010
Kommentar
Teenies brauchen Hepatitis-Schutz!
Von Wolfgang Geissel
Etwa ein Drittel der Jugendlichen in Deutschland hat ohne Hepatitis-B-Impfung die ersten Sexualkontakte. So waren in der KiGSS-Studie 2007 nur 58 Prozent der Jugendlichen gegen das Hepatitis-Virus geimpft. Das ist bedenklich, denn der Schutz ist wegen des erhöhten Infektionsrisikos durch sexuelle Beziehungen in diesem Alter besonders wichtig.
Deutschland gehört zwar zu den Regionen mit niedriger Hepatitis-B-Inzidenz. In anderen Ländern sieht das aber ganz anders aus: Nach dem Rauchen ist das Hepatitis-B-Virus weltweit die häufigste Einzelursache für eine Krebserkrankung. Bis zu 25 Prozent der chronisch Hepatitis-B-Infizierten bekommen nämlich ein hepatozelluläres Karzinom. Und ist ein Mensch erst chronischer Virusträger, dann hat er - anders als bei Hepatitis C - keine Möglichkeit mit einer Therapie das Virus wieder loszuwerden.
Das 1995 gestartete Impfprogramm bei Säuglingen hat die Hepatitis-B-Inzidenz bei Kindern stark verringert. Möglicherweise werden sie jedoch künftig eine Auffrischung brauchen, wie Studiendaten jetzt nahelegen. Um auch bei Jugendlichen den Schutz zu verbessern bleibt es wichtig, bei jedem Kontakt zu einem jungen Menschen den Schutz zu überprüfen und Impflücken zu schließen.
Lesen Sie dazu auch:
Booster bei Hepatitis-Impfung?

Weitere Beiträge
Weitere Top-Meldungen
[15.03.2010]
Salz zu sparen hat drastische Effekte für die Gesundheit. Aktuelle Zahlen für die USA belegen das erneut. Nur drei Gramm Salz täglich weniger würde dort bedeuten: 100.000 Herzinfarkte und Schlaganfälle jährlich weniger. Und 50.000 Menschen würden nicht vorzeitig sterben.
mehr »
[15.03.2010]
Die Pläne der schwarz-gelben Koalition für einen radikalen Umbau des Gesundheitswesens sind am Wochenende deutlich abgemildert worden - nur wenige Tage vor der ersten Sitzung der Regierungskommission zum Gesundheitswesen.
mehr »
[15.03.2010]
Wen sollte man bei einer Grippe-Pandemie zuerst impfen? Die Hauptüberträger - also Kinder - oder die Risikogruppen mit den gefährlichsten Verläufen? Was Computermodelle vorhergesagt haben, hat sich nun in auch in der Praxis bestätigt: Werden Kinder rechtzeitig gegen Influenza geimpft, schützt das die ganze Familie.
mehr »