Ärzte Zeitung, 04.02.2010

Kommentar

Mehr Aufklärung zur Krebsvakzine!

Von Wolfgang Geissel

Die Gegner der Impfung gegen das Humane Papillomvirus (HPV) in Deutschland können sich zufrieden die Hände reiben. Sie haben zwar nicht - wie angestrebt - die Ständige Impfkommission zu einer Neubewertung des Schutzes vor Zervixkarzinom bewegen können.

Doch hat der öffentliche Streit um den angeblich fehlenden Wirksamkeitsnachweis so viel Verunsicherung in der Bevölkerung und auch bei Ärzten hervorgerufen, dass die ohnehin schon geringen Impfraten vergangenes Jahr weiter gesunken sind. Es braucht jetzt Jahre und viel Überzeugungsarbeit, um das Vertrauen großer Teile der Bevölkerung in die Prävention wieder herzustellen.

Durch die niedrigen Impfraten werden bei uns große Chancen zum Schutz von Frauen vor Gebärmutterhals vergeben, wie Nobelpreisträger Professor Harald zu Hausen zum diesjährigen Weltkrebstag erneut betont hat.

Bis zu 80 Prozent der krebsverursachenden HPV-Infektionen und die dadurch hervorgerufenen Läsionen können nach Studiendaten durch den Schutz vermieden werden. Die Impfung - die bereits in vielen Ländern breit empfohlen wird - könnte bei uns künftig etwa tausend Frauen pro Jahr das Leben retten. Ärzte sollten daher ihre Aufklärung zur Krebsprävention unbedingt verstärken.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Weltkrebstag: Bei Krebs setzen Präventionsmediziner außer auf Obst und Gemüse verstärkt auch auf Sport

Lesen Sie dazu auch:
Weltkrebstag: Impfschutz im Fokus
Forscher fordern einheitliches Nichtraucherschutz-Gesetz

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »