Ärzte Zeitung online, 19.02.2011

Studie über Schweinegrippe-Impfstoff und Narkolepsie

HALLE/LANGEN (dpa). In einer europaweiten Studie soll geprüft werden, ob ein Zusammenhang zwischen dem Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix® und Narkolepsie besteht. Beteiligt daran seien neun Staaten, darunter Deutschland, sagte die Sprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), Susanne Stöcker, dem Radiosender MDR INFO.

Weltweit seien viele Millionen Dosen des Impfstoffs verimpft worden. Bei 162 Menschen trat Narkolepsie auf, davon allein bei 60 in Finnland. In Deutschland gebe es 10 Verdachtsfälle. Erste Zwischenergebnisse der Studie soll es im Lauf des Jahres geben.

Ein Zusammenhang sei derzeit völlig unklar, "es herrscht große Ratlosigkeit", sagte Stöcker der dpa. Der Impfstoff allein jedenfalls könne nicht verantwortlich für die Fälle von Schlafkrankheit sein. "Es muss einen Co-Faktor geben." Der Impfstoff könnte dazu führen, "dass eine Veranlagung angestoßen wird", so Stöcker in dem MDR-Interview.

Unter Narkolepsie leidende Patienten schlafen plötzlich und ohne erkennbaren Grund ein. Die Krankheit ist nach Angaben der PEI-Sprecherin keine Infektionskrankheit und äußerst selten.

Für ein Schreckensszenario bestehe kein Anlass. In der aktuellen Grippesaison werde ein Impfstoff angewendet, der gegen drei Virusstämme, darunter auch die Schweinegrippe, wirke.

Informationen des PEI zu Pandemrix® und Narkolepsie

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