Ärzte Zeitung online, 23.02.2011

Narkolepsie und Pandemrix® - EMA nimmt Stellung

LONDON (hub). Jetzt hat sich auch die Europäische Arzneimittelagentur EMA mit dem Thema Narkolepsie und Pandemrix®-Impfung befasst. Grund war die von der finnischen Behörde THL gemeldete erhöhte Narkolepsierate bei 4- bis 19-Jährigen gegen H1N1-Geimpften.

"Die vorgelegten Daten sind nicht ausreichend, um einen kausalen Zusammenhang von Pandemrix® und Narkolepsie zu etablieren", heißt es in der EMA-Mitteilung. Es werde auf weitere Analysen und Studien gewartet, um mehr Klarheit in die Beobachtungen aus Finnland zu bringen.

Auch in Schweden gingen die Untersuchungen weiter. Außer Finnland wurde auch in Schweden eine unerwartete Narkolepsierate nach Pandemie-Impfung beobachtet.

"Andere nicht-nordische Länder haben keinen ähnlichen Anstieg der Narkolepsie-Meldungen verzeichnet", so die EMA weiter. Auch in Kanada, wo die Vakzine umfassend genutzt wurde, habe es keine Zunahme bei Narkolepsie-Meldungen gegeben. Zu jetzigen Zeitpunkt könnten keine definitiven Schlussfolgerungen gezogen werden.

Als eine mögliche Erklärung nennt die EMA bisher unbekannte lokale Umwelt- oder genetische Faktoren. Diese könnten mit Pandemrix® interagiert haben und so bei den 4- bis 19-Jährigen das Narkolepsie-Risiko erhöht haben.

Die WHO hatte erst kürzlich darauf hingewiesen, dass Patienten mit Narkolepsie immer den HLA-Genotyp DQB1*0602 aufweisen. Alle bisher getesteten 22 finnischen Patienten mit Narkolepsie nach Impfung mit Pandemrix® haben diesen speziellen Genotyp, so die WHO.

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