Ärzte Zeitung, 27.11.2011

Kommentar

Masern - ohne Ende in Europa

Von Michael Hubert

Masern sind eine Erkrankung, die ausgerottet werden kann. Das ginge ganz einfach: mit Impfraten über 95 Prozent für beide (!) Impfungen. Doch in Europa gibt es offenbar kein Interesse an einer Maserneradikation. Dieses Jahr wurden 30.000 Masernfälle registriert.

Die WHO hat das Ziel "Eradikation in Europa" de facto aufgegeben. Nach Fristverlängerungen von 2007 auf 2010 steht nun 2015 auf dem Papier.

Doch die Zahl 30.000 macht deutlich: Es passiert nichts in Europa. Zur Erinnerung: In den USA wurden im vergangenen Jahrzehnt pro Jahr gerade einmal zwischen 37 und 140 Masernfälle verzeichnet.

Diese Kluft bleibt bestehen, solange es - auch - Mediziner gibt, die Masern als eine Art Häutung sehen, nach der eine höhere Entwicklungsstufe erreicht wird.

Solange sich Ärzte (!) bei Impfkongressen hinstellen und sagen, sie könnten doch nichts dafür, wenn Eltern ihre Kinder nach der Beratung nicht gegen Masern impfen lassen, wird sich nichts ändern.

Die Namen sind bekannt, ein Vorgehen gegen nicht impfende Ärzte wurde auf Ärztetagen mehrfach angekündigt. Passiert ist bisher jedoch nichts. Freuen dürfen sich einzig die Masernviren, unnötig leiden müssen die Masernkranken.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Europa kriegt Masern nicht in den Griff

[28.11.2011, 23:15:08]
Dr. Halil Alsael 
Kollege Dr. B.Bauer
Die Ständige Impfkommission rät, alle Kinder zweimal gegen Masern zu impfen: im Alter von 11 bis 14 Monaten und noch einmal mit 15 bis 23 Monaten. Fast 95 Prozent aller Kinder in Deutschland waren bei der Schuleingangsuntersuchung 2006 mindestens einmal gegen Masern geimpft.
Das belegt prinzipiell die hohe Akzeptanz der Impfung. Bei der zweiten Masern-Impfung hapert es jedoch weiter. Hier kann man auch weiteres unternehmen. Es soll versucht werden, dass die Masernimpfung eine Voraussetzung sein wird, um einen z.b einen Studienplatz oder ähnliches zu bekommen. Wenn man wirklich will, gibt es viele Möglichkeiten die Impfungsrate zu erhöhen. Hauptsache am Ball bleiben und nicht nachlassen.:)
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[28.11.2011, 10:45:27]
Dr. Birgit Bauer 
Wenn es nur so einfach wäre !
Das Problem sind doch nicht nur die Kinder, sondern die vielen infektionsgefährdeten Erwachsenen, die nach der Impfung als Kind keine regelmäßige Auffrischung haben. Eine belastbare lebenslange Immunität
gibt es nun mal nach einer Impfung nicht! Dieser Aspekt wird m.E. viel zu wenig beachtet.
M.f.G. Dr. B.Bauer zum Beitrag »
[28.11.2011, 09:20:45]
Dr. Halil Alsael 
Die Lösung ist da!
Es liegt an der Wahlfreiheit sich impfen zu lassen. Hat jemand sich gefragt, wie hoch die Impfrate gegen Masern ist?
Meiner Meinung nach, ist ein hartes Gesetz für solche Fälle erforderlich. Z.B: Für die Reise nach Mekka ist eine Impfung gegen Meningokokken, eine undiskutierbare Voraussetzung.
Um die Impfrate zu erhöhen habe ich einen Vorschlag: Die Kindereltern werden von den ihren Hausärzten bzw. Krankenkassen gefordert, ihre Kinder gegen Masern zu impfen. Gleichzeitig müssen sie aufgeklärt werden, falls die Eltern das nicht tun, werden die Kosten im Fall einer Masern-Erkrankung von den Krankenkassen nicht übernommen.
Zwei oder drei Jahre später wird es analysiert, ob dieser Schritt zur einen Erhöhung der Impfrate geführt hat.
Falls nicht, geht man noch schärfer vor, indem man z.b. sagt, ein Kindergardenbesuch und später ein Schulbesuch setzt eine Impfung gegen Masern voraus. Dann kann man weiters unternehmen.
Danach will ich sehen, wie Masern nicht ausgerottet werden kann.
Besten Dank
Al-Sael
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