Ärzte Zeitung, 08.10.2012

Kommentar zur Impfkampagne

Kleiner Schritt zum Masernschutz

Von Wolfgang Geissel

Die Elimination von Masern in Deutschland kommt seit Jahren nicht voran. Zwar haben die Impfraten bei Kleinkindern zugenommen, aber diesen stehen viele ungeschützte ältere Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene gegenüber.

Sie machen inzwischen die Mehrheit der Erkrankten bei Ausbrüchen aus. Die STIKO hat vor zwei Jahren reagiert und empfiehlt seither auch nach 1970 geborenen Erwachsenen die Masernimpfung.

Dass in diesen Altersgruppen jetzt bundesweit mit Plakaten für die Impfung geworben wird, ist zu begrüßen. Die Mehrheit der Ungeschützten kennt die Impfempfehlung nämlich noch nicht einmal, wie eine begleitende Umfrage der BZgA ergeben hat.

Aber auch wenn sich künftig mehr Menschen ihrer Impflücken bewusst sein sollten, wird das allein die Wenigsten zum Arzt führen. Niedergelassene Ärzte sind daher gefragt, bei jungen Menschen verstärkt den Masernschutz anzusprechen.

Wunder sind von der Plakatwerbung nicht zu erwarten. Das zeigt schon eine ähnliche Aktion zur Influenza-Impfung mit minimalem Effekt.

Um die bis 2015 angestrebte Elimination von Masern in Deutschland zu erreichen, müssen endlich gezielte Nachholimpfungen in den Problemgruppen organisiert werden.

Lesen Sie dazu auch:
Masern: Kampagne für den Pieks

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Adiopositas-Op nötig, aber Kasse will nicht zahlen

Wenn der Antrag eines Adipositas-Patienten auf eine bariatrische Operation abgelehnt wird, bringt das Ärzte in eine schwierige Situation. Denn oft verschlechtert sich der Zustand des Betroffenen. mehr »

9 wichtige Forderungen, Analysen, Informationen

Fleißige Delegierte: In Freiburg wurde wieder eine große Palette an Themen abgearbeitet. mehr »

Immer mehr Nichtraucher erkranken an Lungenkrebs

In US-Kliniken tauchen immer häufiger Nichtraucher mit Lungenkrebs auf, vor allem Frauen sind betroffen. Das könnte am Passivrauchen liegen. mehr »