Ärzte Zeitung, 08.10.2012

Keuchhusten

Impfschutz lässt mit der Zeit nach

Gegen Keuchhusten kann man sich impfen lassen. Doch allerdings sinkt der Impfschutz mit den Jahren, wie eine Studie jetzt zeigt.

Impfschutz lässt mit der Zeit nach

Einem Mädchen macht der Husten zu schaffen.

© iStockphoto / Thinkstock

OAKLAND (ple). Innerhalb von fünf Jahren sinkt die Effektivität der Impfung gegen Pertussis von 95 Prozent auf 71 Prozent, haben US-Forscher berechnet.

Einer US-Studie zufolge lässt der Impfschutz vor einer Infektion mit Pertussis-Erregern nach der fünften Impfung kontinuierlich nach.

Wissenschaftler errechneten eine Zunahme der Infektionswahrscheinlichkeit um jährlich 42 Prozent. Diese Entwicklung hielt in der Studie über fünf Jahre an.

An der Fall-Kontroll-Studie nahmen 277 geimpfte Kinder im Alter zwischen vier und zwölf Jahren teil, die im PCR-Test auf Bordetella pertussis und B. parapertussis positiv waren, sowie 3318 PCR-negative Kinder im gleichen Alter und mehr als 6000 Kinder in der Kontrollgruppe (NEJM 2012; 367: 1012).

Kinder nach der fünften Impfung untersucht

In den Studienzeitraum fiel die höchste Inzidenz an Pertussisinfektionen in Kalifornien seit 1958. In vielen Bundesstaaten der USA müssen Kinder bis zur Einschulung fünf DTaP-Dosen (Diphtherie-Tetanus-Pertussis [azellulär]) erhalten, sind also zwischen vier und sechs Jahre alt - ähnlich wie in Deutschland -, wenn sie die fünfte Impfung bekommen.

Nach der fünften Impfung nahm die Wahrscheinlichkeit, dass die geimpften Kinder an Keuchhusten erkrankten, jährlich um 42 Prozent zu. Dazu stellten die Forscher eine weitere Berechnung auf.

Vorausgesetzt, die Effektivität der DTaP-Impfung liege bei 95 Prozent und damit das Risiko, an Keuchhusten zu erkranken, bei geimpften Kindern nur bei 5 Prozent im Vergleich zu ungeimpften Kindern, würde sich das Erkrankungsrisiko - nach fünf jährlichen Steigerungen jeweils um den Faktor 1,42 auf insgesamt 29 Prozent erhöhen.

Parallel würde die Effektivität der Impfung von 95 Prozent auf 71 Prozent sinken, so die US-Forscher.

Quelle: www.springermedizin.de

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