Ärzte Zeitung, 21.08.2013

Ausbrüche vielerorts

Masern wüten in Europa

Masernausbrüche gibt es zurzeit in vielen europäischen Ländern. In Deutschland könnte die Infektionswelle nach Ferienende wieder stärker aufflammen.

NEU-ISENBURG. Bis zum 14. August wurden in diesem Jahr 1360 Masernfälle in Deutschland registriert.

Besonders betroffen ist weiterhin Berlin mit bisher 464 gemeldeten Erkrankten, die Welle hat sich auch nach Potsdam und Umgebung ausgedehnt mit insgesamt 57 Fällen in Brandenburg.

Ein weiterer Fokus des Ausbruchs ist Bayern mit bisher 602 registrierten Fällen, mehr als die Hälfte davon gab es dabei in München.

Masern beim Festival in Barcelona

Aus den Niederlanden werden seit Mai 1035 Masernfälle gemeldet, berichtet das CRM Centrum für Reisemedizin. Die meisten Erkrankungen gab es im sogenannten "Bibelgürtel" des Landes.

Dort lehnen fundamentale Protestanten Impfungen ab. Es handelt sich um den ersten Masernausbruch seit 13 Jahren in den Niederlanden. Im Jahr 2000 gab es dort 3300 Erkrankte und drei Todesfälle.

In Spanien hat es einen Ausbruch mit 29 Erkrankten in Zusammenhang mit dem Sonar Festival in Barcelona gegeben. Auf Mallorca sind seit Mai 36 Menschen erkrankt.

Weitere Ausbrüche werden unter anderen aus Großbritannien, Frankreich, Italien, Irland, Rumänien und Georgien gemeldet. Vor Reisen in diese Länder sollte der Impfstatus überprüft und vervollständigt werden, rät das CRM.

Auf Impfschutz achten

In Deutschland ist besonders zum Ferienende erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Kleinkinder sollten gegen Ende des ersten Lebensjahres geimpft werden und die zweite Dosis spätestens bis zum zweiten Geburtstag erhalten.

Bei bevorstehender Aufnahme in eine Gemeinschaftseinrichtung oder nach möglichem Kontakt zu einem Masernkranken rät die STIKO bereits ab einem Alter von neun Monaten zur Masernimpfung. Die zweite Dosis sollte dann um den ersten Geburtstag geimpft werden.

Alle nach 1970 Geborenen ohne Masernschutz sollten einmalig gegen Masern geimpft werden. Besonders bei Eltern, Geschwistern und anderen Bezugspersonen von Säuglingen ist auf Impfschutz zu achten. (eis)

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