Ärzte Zeitung online, 04.02.2014

Keuchhusten

Auffrischungsimpfungen werden oft vergessen

Bedenkliche Impflücken bei Keuchhusten hat eine Impfpasskontrolle an Schulen des Kreises Görlitz ergeben. Durch die Aktion konnte der Schutz verbessert werden, berichtet das Robert Koch-Institut.

BERLIN. Nach einem Pertussis-Ausbruch an einer Schule in Görlitz wurden im Mai des vergangenen Jahres in allen 44 Schulen des Kreises die Impfbücher bei den Sechstklässlern und den Lehrern kontrolliert (Epi Bull 2014; 5: 41).

 Dabei wurden die Daten aus 40 Schulen mit 1.937 Sechstklässlern und 1.409 Lehrern ausgewertet.

Nur ein Teil der Schüler und Lehrer hatten die Pässe vorgelegt. Daten von 63 Prozent der Schüler und lediglich 26 Prozent der Lehrer lagen vor. Davon hatten nur etwa die Hälfte der Schüler und Lehrer (53 Prozent) einen altersgerechten Schutz gegen Pertussis.

Die Impfraten der Lehrer (61 Prozent Schutz) waren dabei etwas besser als die Raten der Schüler (39 Prozent Schutz)

Besonders die Nachholimpfungen werden versäumt. Die Booster werden nach den vier Impfungen im Säuglingsalter von der STIKO im Alter von fünf bis sechs sowie von neun bis 17 Jahren empfohlen. Erwachsenen wird außerdem zu einer einmaligen Pertussis-Impfung geraten.

Impfücken können zu Ausbrüchen führen

Die sächsische Impfkommission (SIKO) geht noch etwas weiter und empfiehlt generell allen über 11-Jährigen alle zehn Jahre Pertussis-Auffrischungen.

Die Empfehlungen werden aber häufig nicht umgesetzt, wie Studiendaten belegen: Nach den Schuluntersuchungen 2011 in Sachsen sinkt die Rate der Kinder mit komplettem Impfschutz von 96 Prozent bei den Kindergartenkindern auf 42 Prozent bei den ABC-Schützen und auf nur noch 30 Prozent bei den Sechstklässlern. Die Impflücken können dabei zu Ausbrüchen führen.

Die Impfbuchkontrolle in Görlitz hatte Konsequenzen: 618 unvollständig geimpfte Schüler und Lehrer waren vom Gesundheitsamt auf fehlende Impfungen hingewiesen worden. Etwa jeder Vierte davon ließ den Schutz komplettieren.

Insgesamt habe die Aktion also auch außerhalb der Untersuchung an den Schulen einen positiven Einfluss auf die Impfraten gehabt, so das RKI. (eis)

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