Ärzte Zeitung online, 12.05.2015

Rotaviren

STIKO hält an Impfempfehlung fest

BERLIN/PARIS. Nach zwei Todesfällen in Frankreich in zeitlichem Zusammenhang mit Rotavirus-Impfungen hält die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland an ihrer Empfehlung fest.

Die Kommission prüfe die Sicherheitsaspekte in Zusammenarbeit mit dem Paul-Ehrlich-Institut fortlaufend.

"Aktuell ergeben sich daraus keine Konsequenzen für die von der STIKO getroffene Rotavirus-Impfempfehlung", teilte die Kommission am Dienstag in Berlin mit.

Frankreich hat Impfempfehlung zurückgezogen

In Frankreich hat der zuständige Beirat seine Impfempfehlung für Rotaviren in der vergangenen Woche zurückgezogen, wie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) mitteilte.

Hintergrund waren zwei tödliche Fälle von Darmeinstülpungen bei Kindern in zeitlichem Zusammenhang mit der Rotavirus-Impfung.

Rotavirus-Impfstoffe gelten als Risikofaktor für eine Darmeinstülpung. Das Risiko ist laut STIKO mit einer bis zwei zusätzlichen Darmeinstülpungen pro 100.000 geimpfte Kinder aber gering.

Die Darmeinstülpung ist laut PEI eine seltene Erkrankung, die insbesondere bei Kindern innerhalb des ersten Lebensjahres vorkommt.

Eine zügige Behandlung führt demnach meist zu einer schnellen Heilung. Bei komplizierteren Verläufen kann eine Operation notwendig werden.

In Deutschland wird die Rotavirus-Impfung seit August 2013 als Standardimpfung bei kleinen Kindern empfohlen.

Rotaviren sind die häufigste Ursache von Magen-Darm-Infektionen bei Mädchen und Jungen unter fünf Jahren.

Jährlich kommen bundesweit etwa 20.000 Kinder wegen einer solchen Infektion ins Krankenhaus, wie das RKI am Montag in Berlin mitteilte. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Metastasen

Immer mehr Männer mit Prostatakrebs in den USA haben schon bei der Diagnose Metastasen. Ihr Anteil hat sich fast verdoppelt. Auch die Inzidenz solcher Tumoren nimmt zu. mehr »

Deutsches Defizit

Diabetes-Prävention, Strategien gegen Polypharmazie, digitale Versorgungsangebote: Neue Initiativen gibt es zuhauf. Doch Patienten müssen davon wissen. Genauo daran hapert es aber. mehr »

"Einfache Ersttherapie ist für fast alle Patienten möglich"

Die antiretrovirale Therapie ist bei neu diagnostizierter HIV-Infektion stets angezeigt, und zwar unabhängig vom Stadium der Infektion oder der Helferzellzahl. mehr »