Ärzte Zeitung, 29.01.2004

Jetzt sollte jedes Kind bei Verdacht auf Influenza getestet werden

Mit Schnelltest ist die Diagnose rasch klar / Frage nach Kontakten ist wichtig

WORMS (gwa). Jedes Kind, das jetzt plötzlich Grippesymptome wie hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen bekommt, sollte auf Influenza getestet werden. Bei Nachweis sollte spezifisch, etwa mit Neuraminidase-Hemmern, behandelt werden. Wichtig ist auch, gezielt nach Kontaktpersonen zu fragen.

Hat dieser Junge nur eine Erkältung oder eine echte Grippe? Foto: PhotoDisc

"Kinder und Jugendliche sind die wichtigsten Mediatoren von Grippe-Viren. Da wir aber im Augenblick noch keinen Grippe-Peak haben, können wir bei Kindern mit grippeartigen Symptomen klinisch nicht mit hoher Sicherheit sagen, ob sie wirklich eine Grippe haben," sagt Professor Heino Skopnik, Leiter der Kinderklinik des Stadtkrankenhauses in Worms.

Deshalb sollte bei Verdacht auf Influenza ein Schnelltest gemacht werden, also bei typischen Symptomen wie plötzlichem Krankheitsbeginn, hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, so Skopnik zur "Ärzte Zeitung".

Bei positivem Befund sollten die Kinder sofort gezielt gegen Influenza behandelt werden, etwa mit einem Neuraminidase-Hemmer. Ganz wichtig für Skopnik: Die behandelnden Kollegen sollten nach den Kontaktpersonen fragen. Haben die keinen Impfschutz, sollten sie bei grippeartigen Symptomen ebenfalls behandelt werden. Das ist besonders wichtig bei Menschen mit hohem Risiko, etwa wegen einer chronischen Krankheit.

Wann kann auf einen Schnelltest verzichtet werden? "Wenn lokal Influenza ausgebrochen ist, also beim vierten Kind einer Klasse Grippe festgestellt wird, dann brauchen die nächsten Kinder aus der Klasse mit Grippesymptomen nicht getestet werden", so Skopnik. Die wichtigste Säule bei der Grippebekämpfung ist aber außer der Therapie die Prävention: "Eigentlich sollten alle Kinder geimpft sein!"

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Oft wird vergessen, wie schlimm Influenza ist

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »