Ärzte Zeitung, 19.07.2005

KOMMENTAR

Kein Anlaß zur Sorge bei Grippe-Vakzinen

Von Wolfgang Geissel

Mehr als 40 Millionen Dosen Grippeimpfstoff konnten im vergangenen Jahr nicht an die USA geliefert werden. Dort hatte man auf nur zwei Impfstoffhersteller gesetzt.

Als der Anbieter Chiron Vaccines dann ausfiel, mußten bekanntlich die verbliebenen Impfdosen für besondere Risikogruppen aufgespart werden, und viele Menschen konnten nicht geimpft werden.

Von einem solchen Szenario sind wir in Deutschland weit entfernt. Zwar fallen bei Chiron Vaccines Behring in diesem Jahr wahrscheinlich acht Millionen Impfdosen, die für Europa vorgesehen waren, aus.

Doch gibt es bei uns nicht nur zwei Grippe-Impfstoffe auf dem Markt (wie in den USA) sondern zwölf; der Teil-Ausfall eines Herstellers fällt also nicht so stark ins Gewicht. Bei Engpässen können zudem oft für andere Länder bestimmte Chargen der Vakzinen die Lücken füllen. Denn nach den Erfahrungen gibt es jedes Jahr in einem Nachbarland Überkapazitäten.

Größere Lücken bei Grippe-Impfstoffen sind in Deutschland also nicht zu erwarten. Ein knappes Angebot könnte jedoch die Nachfrage erhöhen. Dies wäre eher zu begrüßen, denn bisher sind die Impfraten in Deutschland noch nicht optimal.

Lesen Sie dazu auch:
Große Engpässe bei Grippevakzinen sind bei uns nicht zu erwarten

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