Ärzte Zeitung, 23.11.2006

Kinder bekommen öfter Influenza als Erwachsene

Antivirale Therapie innerhalb von ein bis zwei Tagen

BERLIN (gvg). Kleinkinder werden genauso häufig wegen Grippe ins Krankenhaus eingewiesen wie über 65jährige Menschen. Eine Therapie mit Oseltamivir ist in der Regel prompt wirksam.

"Kinder infizieren sich im Mittel dreimal so häufig mit Influenza wie Erwachsene. In einer normalen Influenza-Saison erkrankt im Durchschnitt eines von drei Kindern", hat Professor Heino Skopnik vom Stadtkrankenhaus Worms berichtet. Um Klinikeinweisungen zu verhindern, sei bei schweren Verläufen eine frühe Diagnose mit rascher antiviraler Therapie entscheidend.

Die richtige Diagnose kann bei Kindern besonders schwierig sein, denn die typischen Grippezeichen mit schlagartigem Krankheitsbeginn, hohem Fieber und Gliederschmerzen können auch bei vielen anderen Virusinfektionen auftreten. "Vor allem Infektionen mit dem Respiratory Syncytial Virus lassen sich oft schwer davon abgrenzen, denn auch hier liegt der Erkrankungsgipfel in den Wintermonaten", so Skopnik auf einer vom Unternehmen Roche Pharma unterstützten Veranstaltung.

Den entscheidenden Hinweis kann ein Grippeschnelltest liefern, der allerdings von der GKV nicht bezahlt wird. Falle der Test bei hochfiebernden Kindern mit klinisch deutlichen Grippezeichen positiv aus, sollte innerhalb der ersten ein bis zwei Tage der Erkrankung eine antivirale Therapie eingeleitet werden, so Skopnik. Bei Kindern komme hierzu in erster Linie Oseltamivir (Tamiflu®) in Frage. Der Grund: Es ist nicht nur als Tablette, sondern für kleinere Kinder auch als Suspension erhältlich.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »